• 23. Februar 2024

Hoi An – Stadt der 1000 Laternen

 Hoi An  – Stadt der 1000 Laternen

Eine Stadt beleuchtet nur mit Laternen. Eine Stadt, die für motorisierten Verkehr gesperrt ist. Klingt das nicht nach dem perfekten Reiseziel? Vor allem in Vietnam, wo du eigentlich keinen Schritt machen kannst, ohne aufzupassen, nicht von einem Moped oder Motorrad überfahren zu werden. Solch eine Stadt ist Hoi An – südlich von Hue. Zumindest ist sie abends nur für Fußgänger zugänglich und einmal im Monat gibt es auch die Beleuchtung durch Laternen. Eine schöne Stadt und in jedem Fall einen Besuch Wert – denkst du nun. Tja leider denken das viele und so kommen die Touristen her – Buslandungen voll. Wenn du trotz einen Besuch wagen möchtest, dann kommen hier meine Erfahrungen und meine Reisetipps für Hoi An, meine Empfehlung für Bootstouren und einen Ausflug zur Insel Cu Lao Cham.

Mein Eindruck von Hoi An war leider nicht der Beste

Hoi An steht wohl bei den meisten Besuchern auf der Liste und ich habe so viele Leute getroffen, die davon geschwärmt haben. Meine Meinung – ganz ehrlich? Ich war regelrecht geschockt, als ich dort ankam und abends in die Altstadt ging. Der Reiseführer hat beschrieben, wir toll und ursprünglich es hier ist und jedes Mal vor Vollmond kleiden sich die Bewohner traditionell und die Stadt wird nur von Laternen beleuchtet. Tagsüber und Abends ist zudem der motorisierte Verkehr in der Altstadt verboten.

Gut – das ist schön. Aber ich war enttäuscht, wie wenig ursprünglich der Rest ist. Es hat einen Souvenirladen neben dem anderen. Die Straßen sind voll mit Händlern die billiges Plastikzeugs verkaufen, das blinkt, fliegt oder sonst wie nicht ins Stadtbild passt. Und es hat tausende von Touristen. Sie werden mit Bussen abends her gefahren und bevölkern die gesamte Innenstadt.

Da ich vom gemütlichen Norden kam, hat mich das etwas überrumpelt. Das war nichts, was ich mir ursprünglich verbinde.

Nach dem ersten schockierenden Abend muss ich jedoch gestehen, dass es tagsüber ganz hübsch und sehr interessant ist. In der Stadt hat es nämlich über 800 Objekte, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet sind.


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Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes in Hoi An

Besonders clever haben sie die Besichtigungsmöglichkeiten organisiert. Du kannst ein 24 h Ticket für fünf der 18 kostenpflichtigen Objekte, Gebäude oder Vorführungen kaufen. Beim Ticketshop gibt es eine Beschreibung, aber ich habe einfach dort gefragt, welche empfohlen werden und mir dann fünf unterschiedliche ausgesucht:

Hier meine Auswahl:

Tan Ky

Vietnam - Hoi An
Tan Ky ist ein traditionelles Tunnelhaus und das bekannteste der Stadt

Als erstes schaute ich das Haus von Tan Ky an. Es ist ein traditionelles Haus einer Handelsfamilie und zeigt, wie intelligent die Tunnelhäuser früher gebaut wurden. Manche von ihnen sind 60 m lang. Der Grundriss ist ein langes Rechteck, wobei im vorderen Bereich immer der Laden oder das Geschäft lag. Die Innenhöfe dienten dem Lichteinfall und zur Belüftung. Die privaten Bereiche lagen in der Regel oben. Unten wurde gearbeitet, verkauft und gekocht.

Im Haus von Tan Ky befindet sich auch ein kleines Museum, das die Geschichte des Hauses zeigt und Keramiken, die die Handelsware der Familie war.

Markierungen mit Wasserständen zeigen deutlich, wie oft hier das Wasser in der Regenzeit fast bis zur Decke stand.

Tempelbrücke

Vietnam - Hoi An
Die Hundestatue auf der Tempelbrücke markiert das Bauende der Brücke im Jahr des Hundes

Die 18 m lange Tempelbrücke (Cah Nhat Ban) ist ebenfalls mit dem Ticket zu besuchen. Sie wurde zwischen 1593 und 1595 erbaut und wird auch Japanische Brücke genannt.

Der Beginn des Baues wird durch die Affenstatue zu Beginn der Brücke symbolisiert (Jahr des Affen). Auf der anderen Seite der Brücke steht eine Hundestatue, die anzeigt, dass der Bau im Jahr des Hundes beendet wurde.

In der Mitte der Brücke befindet sich ein Tempel. Er ist der taotischen Gottheit Tran Vu gewidmet, um die Bewohner vor den Fluten zu schützen. Das klappt nicht immer, wie ich im Haus von Tan Ky sehen konnte.

Musikvorführung

Vietnam - Hoi An
Die Musikvorführung wird von traditionellen Tänzerinnen begleitet

Eine traditionelle Musikvorführung kann man um 10:15 Uhr oder um 15:15 Uhr besuchen. Die Art Performace Show hat mir sehr gut gefallen und es ist schön kühl drinnen.

Beim Donauwalzer mit traditionellen Instrumenten bekomme ich immer noch Gänsehaut, wenn ich mir meine Aufnahme davon ansehe.

Diese Show kannst du ebenfalls mit dem 24-h-Ticket besuchen.

Phuoc Kien Assembly Hall

Vietnam - Hoi An
Die Phuoc Kien Assembly Hall war früher ein Chinesischer Tempel, wie unschwer zu sehen ist

Mein nächster Stopp war die Phuoc Kien Assembly Hall. Es ist eine Chinesische Versammlungshalle, die 1690 aus einem Chinesischen Tempel entstand.

Beim Betreten wirst du hier wie in einem Tempel von glimmenden Räucherspiralen begrüßt und auch sonst kann ich keinen Unterschied zu einem Chinesischen Tempel feststellen.

Es gibt den Hauptaltar, auf dem die Meeresgöttin verehrt wird, um die Seeleute zu schützen, was für die Händler hier besonders wichtig war. Es gibt auch Altare, wo Familien um Kindersegen bitten und Götter für Geldsegen. Zu denen betet jeder. Der Besuch lohnt sich also in jedem Fall.

Quan Cong Tempel

Vietnam - Hoi An

Der Quan Cong Tempel war mein letzter Stopp der fünf Sehenswürdigkeiten.

Er wurde zu Ehren des Generals Quan Cong errichtet.

Die Chinesen bauten diese Art Tempel immer dort, wo sie sich niederließen. In Hoi An wurde er 1653 gebaut und immer wieder erneuert.

Den General findest du über dem Hauptaltar thronen. Aber pass auf, man sagt, dass Menschen mit unaufrichtigem Herzen seinem Blick nicht standhalten.

Meine Bootstour den Fluss entlang – ich durfte auch selber steuern

Vietnam - Hoi An
Die Flussfahrt hier ist viel interessanter als in Hue, da du in Hoi An gar nicht so gut den Fluss zu Fuß erkunden kannst

So wie in Hue hatte ich auch hier Zeit übrig und gönnte mir eine Bootsfahrt.

Für 500.000 Dong hatte ich das Boot für mich und wir fuhren ein ganzes Stück den Fluss Richtung Meer. Da ich der einzige Gast war, durfte ich auch mal das Boot steuern. So einfach ist das hier.

Es war auch sehr interessant, sich mit dem Fahrer zu unterhalten und von seinem Leben hier als Bootsfahrer zu erfahren.

Mein Tipp, um dem Trubel zu entfliehen: Radle an den Strand

Es gibt auch Strände in der Nähe von Hoi An, die man gut mit dem Fahrrad erreichen kann. Es ist alles eben und ich habe z. B. nur 30 min benötigt.

viagollas Extratipp

Ich habe auf meinen Reisen immer ein Fahrradschloss dabei. Das kannst du ganz verschieden benutzten. Schränke in Backpacker Hostels haben oft kein Schloss und du kannst dein Gepäck mal im Gepäckraum, Bus oder auf einer Fähre anketten, wenn du nicht immer darauf aufpassen möchtest.

Und es ist sehr praktisch, wenn du ein Fahrrad mietest. Das hat i.d.R. kein Schloss. Und es ist echt unpraktisch, wenn du am Stand oder unterwegs immer auf das Fahrrad aufpassen musst.

Bootstour nach Cu Lao Cham – die Insel der Fischer

Vietnam - Hoi An
Der Ausflug nach Cu Lao Cham bietet genügend Zeit zum Baden und Faulenzen am Strand

Da es in Hoi An sehr heiß war, zog es mich ans Meer. In der Stadt kannst du Bootstouren nach Cu Lao Cham buchen. Die Insel liegt 16 km vor der Küste.

Es leben ca. 2.500 Menschen auf ihr und erst 2016 bekamen sie Strom vom Festland. Die Insel ist bewaldet und auf der Tour bekommst du einen guten Eindruck vom Leben der Fischer hier auf der Insel.

Ich habe die Tour auch wegen des Schnorchelns gebucht. Ich habe ja immer meine Taucherbrille dabei und so war ich ganz scharf, hier die Unterwasserwelt zu erkunden. Doch die Korallen sind nicht sehr schön und die Sicht ist nicht wirklich gut. Als Taucher blutet mir zudem das Herz, wenn ich sehe, wie viel Müll überall im Wasser liegt und treibt.

Die Fahrt zur Insel betrug nur 30 min. und wir hatten nach einem sehr guten und üppigen Mittagessen den Strand für uns, um ihn in Ruhe zu genießen und schwimmen zu gehen. Der Ausflug hat sich gelohnt und ich hoffe, das auch ein bisschen etwas von meinem Geld bei den Fischern hier angekommen ist.

Wohin ging es bei mir als nächstes?

In Hoi An hast du mich nun zu 5 Top-Sehenswürdigkeiten des UNESCO-Weltkulturerbes begleitet. Diese reichten von historischen Tunnelbauten, über Brücken, Tempel bis hin zu Musikvorführungen. Du hast mich auf einer Bootstour begleitet und mit mir an den Strand geradelt. Zudem habe ich dir ein bischen etwas von der außergewöhnlichen Insel Cu Lao Cham erzählt.

Von Hoi An war nun mein Plan nach Da Lat weiter zu reisen. Von Hitze hatte ich jetzt wirklich genug und ich benötigte ein bisschen Abkühlung, die die Lage der Stadt versprach. Da Lat liegt auf 1.500 km Höhe.


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