Hoi An – Stadt der 1000 Laternen

 Hoi An  – Stadt der 1000 Laternen

Hoi An steht wohl bei den meisten Besuchern auf der Liste und ich habe so viele Leute getroffen, die davon geschwärmt haben. Meine Meinung – ganz ehrlich? Ich war regelrecht geschockt, als ich dort ankam und abends in die Altstadt ging. Der Reiseführer hat beschrieben, wir toll und ursprünglich es hier ist und jedes Mal vor Vollmond kleiden sich die Bewohner traditionell und die Stadt wird nur von Laternen beleuchtet. Tagsüber und Abends ist zudem der motorisierte Verkehr in der Altstadt verboten.

Gut – das ist schön. Aber ich war enttäuscht, wie wenig ursprünglich der Rest ist. Es hat einen Souvenirladen neben dem anderen. Die Straßen sind voll mit Händlern die billiges Plastikzeugs verkaufen, das blinkt, fliegt oder sonst wie nicht ins Stadtbild passt. Und es hat tausende von Touristen. Sie werden mit Bussen abends her gefahren und bevölkern die gesamte Innenstadt.

Da ich vom gemütlichen Norden kam, hat mich das etwas überrumpelt. Das war nichts, was ich mir ursprünglich verbinde. Nach dem ersten schockierenden Abend muss ich sagen, dass es tagsüber ganz nett ist. In der Stadt hat es über 800 Objekte, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet sind.

Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes

Besonders clever haben sie die Besichtigungsmöglichkeiten organisiert. Du kannst ein 24 h Ticket für fünf der 18 kostenpflichtigen Objekte kaufen. Beim Ticketshop gibt es eine Beschreibung, aber ich habe einfach dort gefragt, welche empfohlen werden und mir dann fünf unterschiedliche ausgesucht:

Hier meine Auswahl:

Tan Ky

Vietnam - Hoi An

Als erstes schaute ich das Haus von Tan Ky an. Es ist ein traditionelles Haus einer Handelsfamilie und zeigt, wie intelligent die Tunnelhäuser früher gebaut wurden. Manche von ihnen sind 60 m lang. Der Grundriss ist ein langes Rechteck, wobei im vorderen Bereich immer der Laden oder das Geschäft lag. Die Innenhöfe dienten dem Lichteinfall und zur Belüftung. Die privaten Bereiche lagen in der Regel oben. Unten wurde gearbeitet, verkauft und gekocht. Im Haus von Tan Ky befindet sich auch ein kleines Museum, das die Geschichte des Hauses zeigt und Keramiken, die die Handelsware der Familie war. Markierungen mit Wasserständen zeigen deutlich, wie oft hier das Wasser in der Regenzeit fast bis zur Decke stand.

Tempelbrücke

Vietnam - Hoi An

Die 18 m lange Tempelbrücke (Cah Nhat Ban) ist ebenfalls mit dem Ticket zu besuchen. Sie wurde zwischen 1593 und 1595 erbaut und wird auch Japanische Brücke genannt. Der Beginn des Baues wird durch die Affenstatue zu Beginn der Brücke symbolisiert (Jahr des Affen). Auf der anderen Seite der Brücke steht eine Hundestatue, die anzeigt, dass der Bau im Jahr des Hundes beendet wurde. In der Mitte der Brücke befindet sich ein Tempel. Er ist der taotischen Gottheit Tran Vu gewidmet, um die Bewohner vor den Fluten zu schützen. Das klappt nicht immer, wie ich im Haus von Tan Ky sehen konnte.

Musikvorführung

Vietnam - Hoi An

Eine traditionelle Musikvorführung kann man um 10:15 Uhr oder um 15:15 Uhr besuchen. Die Art Performace Show hat mir sehr gut gefallen und es ist schön kühl drinnen. Beim Donauwalzer mit traditionellen Instrumenten bekomme ich immer noch Gänsehaut, wenn ich mir es ansehe. Diese Show kann man auch mit dem Ticket besuchen.

Phuoc Kien Assembly Hall

Vietnam - Hoi An

Mein nächster Stopp ist die Phuoc Kien Assembly Hall. Es ist eine Chinesische Versammlungshalle, die 1690 aus einem Chinesischen Tempel entstand. Beim Betreten wird man hier wie in einem Tempel von glimmenden Räucherspiralen begrüßt und auch sonst kann ich keinen Unterschied zu einem Chinesischen Tempel feststellen. Es gibt den Hauptaltar, auf dem die Meeresgöttin verehrt wird, um die Seeleute zu schützen, was für die Händler hier besonders wichtig war. Es gibt auch Altare, wo Familien um Kindersegen bitten und Götter für Geldsegen. Zu denen betet jeder. Der Besuch lohnt sich also in jedem Fall.

Quan Cong Tempel

Vietnam - Hoi An

Quan Cong Tempel ist der letzte Stopp der fünf Sehenswürdigkeiten. Er ist zu Ehren des Generals Quan Cong errichtet. Die Chinesen bauten diese Art Tempel immer dort, wo sie sich niederließen. Hier wurde er 1653 gebaut und immer wieder erneuert. Den General findest du über dem Hauptaltar thronen. Aber pass auf, man sagt, dass Menschen mit unaufrichtigem Herzen seinem Blick nicht standhalten.

Bootstour den Fluss entlang

Vietnam - Hoi An

So wie in Hue hatte ich auch hier Zeit übrig und gönnte mir eine Bootsfahrt. Für 500.000 Dong hatte ich das Boot für mich und wir fuhren ein ganzes Stück den Fluss Richtung Meer. Da ich der einzige Gast war, durfte ich auch mal das Boot steuern. So einfach ist das hier. Es war auch sehr interessant, sich mit dem Fahrer zu unterhalten.

Radle an den Strand

Es gibt auch Strände in der Nähe von Hoi An, die man gut mit dem Fahrrad erreichen kann. Es ist alles eben und ich habe z. B. nur 30 min benötigt.

viagollas Extratipp

Ich habe auf meinen Reisen immer ein Fahrradschloss dabei. Das kannst du ganz verschieden benutzten. Schränke in Backpacker Hostels haben oft kein Schloss und du kannst dein Gepäck mal im Gepäckraum, Bus oder auf einer Fähre anketten, wenn du nicht immer darauf aufpassen möchtest. Und es ist sehr praktisch, wenn du ein Fahrrad mietest. Das hat i.d.R. kein Schloss. Und es ist echt unpraktisch, wenn man den Stand nicht nur zum Faulenzen nutzen möchte, sondern auch mal gern schwimmen geht.

Bootstour nach Cu Lao Cham

Vietnam - Hoi An

Da es auch hier sehr heiß war, zog es mich ans Meer. In Hoi An kann man Bootstouren nach Cu Lao Cham buchen. Die Insel liegt 16 km vor der Küste. Es leben ca. 2.500 Menschen auf ihr und erst 2016 bekamen sie Strom vom Festland. Die Insel ist bewaldet und auf der Tour bekommt man einen guten Eindruck vom Leben der Fischer.

Ich habe die Tour wegen des Schnorchelns gebucht. Doch die Korallen sind nicht sehr schön und die Sicht ist nicht wirklich gut. Als Taucher blutet mir zudem das Herz, wenn ich sehe, wie viel Mühl überall im Wasser liegt und treibt. Die Fahrt zur Insel betrug nur 30 min. und wir hatten nach einem sehr guten und üppigen Mittagessen den Strand für uns, um ihn in Ruhe zu genießen und schwimmen zu gehen. Der Ausflug hat sich gelohnt und ich hoffe, das auch ein bisschen etwas von meinem Geld bei den Fischern hier angekommen ist.

Wohin als nächstes?

Von Hoi An war mein Plan nach Da Lat weiter zu reisen. Die Hitze war jetzt wirklich genug und ich benötigte ein bisschen Abkühlung, die die Lage der Stadt versprach. Da Lat liegt auf 1.500 km Höhe.

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