Brenzpark Heidenheim

 Brenzpark Heidenheim

Der Brenzpark Heidenheim liegt, wie schon der Name sagt, in Heidenheim an der Brenz. 2006 fand hier die Landesgartenschau Baden-Württemberg statt. Die Stadt Heidenheim hat die Zuschüsse für die Gartenschau genutzt, eine hässliche Industriebrache zu sanieren und einen Park für die Menschen der Stadt zu schaffen.

Besonders schön ist hier der Fluss Brenz zu sehen. Dieser ist in der Innenstadt Heidenheims eigentlich kaum erlebbar, obwohl er sogar im Namen der Stadt auftaucht. Früher wurde der Fluss einfach überdeckelt und geschlossen durch die Stadt geführt. Im Brenzpark ist nicht nur der eigentliche Fluss erlebbar, sondern es wurde auch eine „Fischtreppe“ als Umlaufgewässer installiert, um die Fischwanderung um ein Wehr zu ermöglichen. Dieses flache Fließgewässer ist ein beliebter Treffpunkt für Familien mit Kindern. Somit ist der Park nicht nur für die Menschen da, sondern erfüllt auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Besuch

Aber erst mal der Reihe nach: Am Haupteingang findest du einen großen Parkplatz, wo Samstags auch regelmäßig Flohmärkte stattfinden. Der Park kostet 1 € Eintritt und nach der Gartenschau wurde lange überlegt, wie die weitere Nutzung stattfinden soll. Ein großer Teil wurde als Park belassen und der Zaun beibehalten. Das trägt auch heute noch dazu bei, dass der Park sehr gepflegt ist und den ganzen Sommer wunderschöne Pflanzen zu bewundern sind.

Der Park ist Rollstuhlgerecht angelegt und kann auch mit Kinderwagen besucht werden. Für Kinder ist der Park übrigens genial, da in seiner Mitte ein riesiger Spielplatz für alle Altersklassen geboten wird.

Am Besten lässt sich der Park erkunden, indem du eine Runde am Rand entlang läufst. Hinter dem Eingang befindet sich der Bereich, der während der Gartenschau mit Pflanzenkuriositäten bepflanzt wurde. Achte mal auf die Wuchsformen der Bäume in diesem Bereich. Rechts gelangst du zu einem Tümpel der immer mit Fröschen besiedelt ist. Da es Laubfrösche sind, musst du ein bisschen suchen, denn sie sind mit ihrer grünbraunen Farbe super getarnt. Du kannst nun geradeaus über eine Fußgängerbrücke über die Brenz gelangen oder über eine geniale Hängebrücke – eigentlich für Kinder – aber nicht nur.

Ich beschreibe den Weg jetzt aber nach rechts gehend. Du kommst jetzt an einem Festgelände – der Brenz-Arena – vorbei, in der verschiedene Veranstaltungen das Jahr über stattfinden, unter anderem das Brenzpark-Festival. Du gehst bis zum Parkende und kannst hier die Brenz auf einer überdachten Brücke überqueren.

Du kommst nun auf einen größeren Platz – dem Treffpunkt Grün. In dem Veranstaltungspavillion finden normalerweise den ganzen Sommer kleine Konzerte statt. Schau einfach in der Zeitung oder im Internet, was aktuell dort gespielt wird. Von hier gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Es gibt einen sehr breiten geraden Weg – die Parkpromenade – der gerade Richtung Süden verläuft.

Ich empfehle aber rechts in die Szenischen Gärten abzubiegen, da hier wunderschöne Pflanzungen das ganze Jahr über blühen. Während der Gartenschau wurde versucht, die Abschnitte jeweils einer Farbe zuzuordnen. Es gab den gelben, den weißen und den roten Bereich. Achte auch noch heute auf die einheitliche Pflanzenfarben.

Links vom Hauptweg findest du den Heil- und Kräutergarten. Der Bienengarten ist ebenfalls dort und nicht zu übersehen, da er durch ein große Figur gekennzeichnet ist, die ein Insektenhotel beinhaltet. In dem anschließenden Gebäude befinden sich öffentliche Toiletten und geradeaus blickst du auf die Spiellandschaft, die vom riesigen Wedelungeheuer bewacht wird. Der Wedel ist ein Grabensystem, der Heidenheim vor Hochwasser schützt. Das Ungeheuer beinhaltet eine großartige Rutsche. Die Spiellandschaft hat auch viel mit Wasser zu tun und falls du deine Kinder dabei hast, solltest du an Kleidung zum Wechseln denken. Sicher ist sicher.

Nun erreichst du die Seewiesenbrücke, die den Park überspannt. Hier sind tolle Klettergelegenheiten angebracht und es macht einen riesen Spaß, hier Neues auszuprobieren. Im Sommer spendet die Brücke schönen Schatten – hier kann man toll ein Picknick machen.

Nun kommst du an der Brenzparkgaststätte vorbei und davor befindet sich der Fitnessparcour. Gleich daneben kannst du den Raritätengarten bewundern.

Wenn du vor der Gaststätte Richtung Süden blickst, kannst du das Schloss Hellenstein sehen. Es wird passend eingerahmt mit einer Requisite der Opernfestspiele. Diese Blickachse ist nicht zufällig vorhanden, denn sie wurde zur Gartenschau extra freigeschnitten. 2006 war der Blick zum Schloss mit einem roten Tulpenteppich und später mit roten Rosen gefasst. Eine zauberhafte Idee der Gartenplaner. Ich hatte damals übrigens an dem Architektenwettbewerb teilgenommen, als ich noch als Landschaftsarchitekt arbeitete. Deshalb kenne ich den Park so gut.

Von hier siehst du links das Steinfloß, das während der Gartenschau für Veranstaltungen genutzt wurde. Heute ist es einfach ein schönes Gestaltungselement, das am Rande des Umlaufgewässers liegt. Direkt hinter der Gaststätte liegt der Hain der Partnerstädte Heidenheims.

Du wendest dich nun wieder Richtung Süden und folgst den szenischen Gärten Süd. Ein paar Wege dieser Gärten sind unlogisch angelegt, bzw. enden am Zaun. Das kommt daher, dass der Zaun während der Gartenschau am Bahngleis entlang führte. Diese wichtige Wegeverbindung wurde aber danach wieder für die Allgemeinheit geöffnet.

Nun kommst du an das Südende des Parks und findest die Stelle, wo das Umlaufgewässer von der Brenz abzweigt. Über eine Brücke gelangst du zur Ostseite des Parks. Auf dem Wehr befindet sich auch ein Kraftwerk, das mit einer Schraube umweltfreundlich Strom erzeugt. Diese Schraube ist extra in Plexiglas gefasst, damit du sie sehen kannst. Die Brenzinsel, die du von hier erblickst, ist übrigens ein wichtiges Biotop, welches den heimischen Wasservögeln ein sicheres Brutgebiet gewährleistet.

Der Weg links der Brenz führt dich am roten Teppich vorbei wieder Richtung Gaststätte oder du gehst rechts der Brenz den längeren Weg zurück. Hier kannst du etliche kleine Turbinen der Firma Voith bewundern, die für ihre Turbinen in aller Welt bekannt ist. Der Weg führt dich weiter an der Brenzterrasse weiter zu den Brenzbalkonen. Diese sehen fast aus, wie eine nicht fertig gestellte Brücke und laden zum Betrachten des Wassers ein. Von hier nach rechts blickst du in den Kirchengarten.

Ein Stück weiter nach Norden folgt der Eisweiher. Vor den Zeiten der Kühlschränke wurde hier im Winter Eis gebrochen. In Kellern wurde deren Kälte für die Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet. Dieser Weiher war vor der Gartenschau total eingewachsen und völlig in Vergessenheit geraten. Zur Gartenschau wurde er freigeschnitten und für Besucher wieder zugänglich gemacht.

Nach ein paar weiteren Schritten bist du wieder am Haupteingang und zurück am Auto.

Solltest du mit dem Zug anreisen wollen, kannst du auch vom Bahnhof herlaufen. Du benutzt dann einfach den Südeingang. Jedoch musst du an allen Nebeneingängen das Geld passend haben.

Also fange schon mal an, 1 € – Münzen zu sammeln, wenn du den Brenzpark besuchen möchtest.

viagollas Extratipp

Außerhalb des Parks – findest du rechts Richtung Stadt gehend das Lapidarium. Das ist eine Wiese mit Grenzsteinen der Stadt und des Landes. Die Geschichte der früheren Herrscher wird so eindrücklich erzählt und die Grenzsteine vor dem Verfall bewahrt. Ebenfalls ein Relikt der Vergangenheit ist der Hochofen, den die Kelten und Alamannen verwendeten, um Eisen zu schmelzen. Der Nachbau wird heute von Tieren und Pflanzen bewohnt.

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