Lonetal – Wandern im längsten Trockental Deutschlands

 Lonetal – Wandern im längsten Trockental Deutschlands

Du möchtest das Lonetal etwas besser kennen lernen? Du möchtest eine abwechslungsreiche Wanderung ohne Höhenunterschiede machen? Du möchtest nur 3 bis 4 Stunden unterwegs sein? Dann ist diese Tour für dich richtig.

Sie führt dich durch das noch junge Tal des Flüsschens Lone, weshalb das Tal hier noch sehr schmal ist. Der Fluss ist eigentlich nur ein schmaler Bach und der Weg führt dich durch Felder, Wälder und zu versteckt liegenden Höhlen.

Klingt spannend? Das ist es auch. Also lass uns starten.



Lonetal – Breitingen - Fohlenhaus – Schwäbische Alb – Deutschland – Wandertipp – viagolla

Wissenswertes zur Lone

Du findest das Lonetal im Landkreis Heidenheim an der Brenz bzw. im Alb-Donau-Kreis. Die Lone beginnt ihr kurzes Flussleben in Urspring und mündet schon 30 km später in der Hürbe. Eine schöne Winterwanderung im Lonetal findest du bei mir unter dem Titel „Lonetalwanderung bei Sonnenschein und Schnee – auf den Spuren der Menschheitsgeschichte“. Dort habe ich sehr ausführlich die Geschichte der Neandertaler und Eiszeitmenschen beschrieben. Außerdem konnte ich wunderschöne Winterfotos bei genialem Sonnenschein schießen. Es war aber so kalt, dass mir am Schluss der Zoom des Fotoapparates einfror. Krass, oder?

Eine weiter außergewöhnliche Wandertour durch das Lonetal ist der Neandertalerweg, denn ich ebenfalls im Jahr 2021 gelaufen bin. Dort hast du sogar die Möglichkeit Mammuts zu sehen. Versprochen!

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Blick auf die Lone, die hier noch ein kleines Bächlein ist

Lonetal – das besondere Trockental

Aufgrund meiner vorhandenen Artikel beschreibe ich hier das Lonetal nicht so ausführlich. Nur so viel, dass es als eines der längsten Trockentäler Deutschlands gilt. Dies kommt daher, dass die Lone auf weiten Strecken kein Wasser führt. Tja die Schwaben halt. Die geizen sogar mit dem Wasser ihrer Flüsse…

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Nein ernsthaft: Es kommt daher, dass die Schwäbische Alb aus Kalkstein besteht und dieser ist löchrig, wie ein Schwamm. In Trockentälern versickert das Wasser und fließt dann häufig unterirdisch weiter. Nur um dann irgendwo wieder als Flüsschen oder Quelle zu Tage zu treten. Ein schöner Nebeneffekt des Karstes – so heißt das nämlich – ist, dass wir auf der Schwäbischen Alb auch viele Tropfsteinhöhlen haben. Alles ein Wunder der Natur, dass nur auf Entdeckung wartet.

Ach, und fast hätte ich es vergessen zu erwähnen: Seit 2006 gehört das Lonetal zu einem der 77 bedeutendsten nationalen Geotopen in Deutschland.

Nun aber genug Fachwissen gelesen. Hier kommt die Beschreibung der Wandertour:

Eckdaten der Wandertour Breitingen – Fohlenhaus

Die Tour ist 11,9 km lang und die eine Gehzeit beträgt 2 h und 40 min. Du solltest aber auch Pausen einplanen und so sind 3,5 h bis 4 h realistisch. Für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer ist nur ein sehr kleines Stück geeignet. Du könnest den Beginn laufen und dann umdrehen. Diese Teilstrecke ist sowieso derselbe Hin- und Rückweg.

Die Anreise muss mit dem Pkw oder Fahrrad erfolgen. Startpunkt ist der Wanderparkplatz Schönrain.

Die Route der Breitinger Wanderung

Die Wandertour startet in Breitingen. Den kleinen Ort erreichst du auf der Landstraße L1165 zwischen Gerstetten und Ulm. Im Ort biegst du Richtung Neenstetten ab und der Wanderparkplatz ist dann angeschrieben. Der Wanderparkplatz Schönrain bildet dann deinen Startpunkt.

Von dort wanderst du hinein ins Lonetal. Hier befindet sich auch ein Zugang zum Lonetalweg – einem Fernwanderweg. Dieser ist 31,5 km lang – natürlich der gesamte Lonetallänge folgend. Die gelbe Raute ist dein Wandersymbol. Das Fohlenhaus ist unser heutiges Ziel und es ist bereits angeschrieben. Vom Parkplatz liegt es 6,3 km entfernt.

Der Weg ist eine schmale Teerstraße. So wanderst du gemütlich am Mühlenmuseum vorbei. Und danach endet auch schon der Teerweg und nun folgst du einem Schotterweg. Das Tal ist ab hier Naturschutzgebiet und du solltest dich auch entsprechend verhalten.

Ich weiß, dir muss ich das nicht extra sagen. Trotzdem ein kurzer Hinweis, dass du bitte deinen Hund an der Leine führst, keinen Müll in die Landschaft schmeißt und keine Pflanzen pflücken oder ausgraben solltest.

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Schafe sind die perfekten Landschaftspfleger

Määäh – Landschaftspfleger bei der Arbeit

Mit ein bisschen Glück kannst du schwäbische Landschaftspfleger bei der Arbeit beobachten. Hier wird nämlich die Landschaft mit Schafen offengehalten. Wacholderheiden sind nichts Natürliches. Sie sind durch Jahrhunderte lange Beweidung entstanden und ihre kargen Böden sind heute besonders wertvolle Biotope und Rückzugsgebiete bedrohter Pflanzen und Tiere. Besonders hübsch finde ich die kleinen Glöckchen der Schafe, die ich beobachten konnte. Diese bimmeln beim Fressen und fügen sich neben dem Plätschern des Lonetalbachs mit den Schreien der Greifvögel zu einem harmonischen Gesamtorchester zusammen. Was für ein schöner Wandertag. Mehr zur Schafwirtschaft auf der Schwäbischen Alb findest du auf dem Albschäferweg, den ich übrigens auch in meinem Repertoire habe.

Der Schotterweg mündet nun in eine Wiesenspur. Hier wird es mit Rollstühlen schon sehr sehr schwer – ein geländegängiger Kinderwagen ist noch okay.

Du folgst dem Weg, bis er in eine Landstraße mündet. Diese überquerst du vorsichtig und folgst dann weiter den Schildern Richtung Fohlenhaus. Du kannst hier geradeaus gehen oder nach rechts abbiegen. Mein Weg führt dich durch die linke Seite des Lonetals, weshalb du geradeaus weiter gehen kannst. Die andere Strecke heben wir uns für den Rückweg auf.

Der Weg ist nun wieder ein breiter Schotterfeldweg, der in der prallen Sonne verläuft und keinen Schatten bietet. Denke also bitte wieder an einen Sonnenschutz.

Auch an der nächsten Einmündung gehst du geradeaus weiter. Es ist eine Wiesenspur auf der linken Seite der Lone. Die rechte Talseite wird unser Rückweg werden.

Die Wiesenspur biegt rechts ab und nun schlenderst du zwischen zwei Feldern das Tal entlang. Auch hier gibt es keinen Schatten. Rechts von mir schwitzt der Weizen in der Sonne. Wenn du leise bist, hörst du neben dem Rascheln des Windes auch das Knacken der Ähren. Ich hoffe, du kommst auch mal her, wenn die Felder so in voller Pracht stehen.

Nach einem gemütlichen Spaziergang auf diesem Wiesenweg erblickst du irgendwann rechts eine Brücke über die Lone. An dieser Stelle musst du sehr aufmerksam sein, den dein Weg führt nach links in den Wald hinein. Ein gelber Kreis – als Wandersymbol – weist dir den Weg. Außerdem ist die Fohlenhausrunde angeschrieben. Dein Weg führt also nach rechts.

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Der Abzweig zum Fohlenhaus ist anspruchsvoll – aber Klasse

Nun wird es kühler, denn du wanderst im Schatten des Waldes erhöht am Waldrand entlang. Du folgst diesem Weg, bis er einen scharfen Knick nach links macht. An dieser Stelle ist das Fohlenhaus angeschrieben. Es ist ein steiniger Trampelpfad, der dich einfach geradeaus in den Wald führt. Dieses Stück ist sehr anspruchsvoll, da es über Wurzeln und Steine führt. Diese können sehr rutschig sein, doch dieses Wegstück ist sehr interessant und ich mag solche Wege wirklich

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In den Höhlen des Fohlenhaus lebten Steinzeitmenschen

Fohlenhaus – Wohnstätte der Eiszeitmenschen

Eine kleine Brücke führt dich nun zu einem überdachten Grillplatz. Hier solltest du dir Zeit nehmen, die Beschreibung des Fohlenhauses zu lesen. Es handelt von den Eiszeitmenschen, die hier wohnten und ihre Spuren hinterließen. Bereits 1883 und 1884 fanden in der Höhle Ausgrabungen statt und zeitlich wurden die Hinterlassenschaften der Mittelsteinzeit zugeordnet. Es ist also schon eine sehr besondere Höhle.

Stell dir vor, wie hier die Menschen wohnten, jagten und ebenso wie du durch das Tal gewandert sind. Gut – du bist wahrscheinlich nicht zum Jagen hier – aber der Gedanke ist schon toll – oder?

Außerdem ist mir hier etwas Lustiges passiert: Ich habe ja immer mein Diktiergerät dabei, damit ich dir die Tour besonders gut beschreiben kann. Beim Lesen an einem Schild hat es doch tatsächlich die Unterhaltung von den Leuten aufgenommen, die neben mir standen und diskutiert hatten, wo sie als nächstes hin radeln wollen. Also gib Obacht, wenn du neben Fremden stehst. Du weißt nie, ob sie dich ausspionieren.

Die Geologie des Lonetals ist einzigartig

Das Jurameer bedeckte vor 150 Mio. Jahren die Schwäbische Alb und war ein tropisches Meer. An dieser Stelle hatte es Korallen und Schwämme gebildet. Ein bisschen Urlaubsfeeling kannst du also an dieser Stelle durchaus zulassen – alles nur die Frage deiner Fantasie. Das Meer ließ Schwammkegel zurück und die beiden Höhlen des Fohlenhauses entstanden in diesen Kegeln. Ganz in der Nähe – in Heldenfingen, um genau zu sein – kannst du sogar noch die Reste der Brandungskante eines solchen Meeres entdecken. Die Wanderbeschreibung kannst du unter Heldenfinger Kliff „Wandertour an einer 15 Mio. alten Meeresküste“ nachlesen.

Ok, das Jurameer ist 150 Mio. Jahre alt. Aber Meer ist Meer und Küste ist Küste – auch wenn ein paar Jahrmillionen dazwischen liegen.

Interessant ist auch, dass die Lone früher im Schwarzwald ihre Quelle hatte und erst als die junge Donau entstand ihren Verlauf ändern musste.

Der Rückweg auf der anderen Talseite

Von hier gehen noch weitere Wanderwege die Lone entlang, aber ich drehe am Fohlenhaus um.

Für den Rückweg habe ich die andere Talseite genommen, denn ich bin ein Freund von Rundwanderungen und nicht von Hin- und Rückwegen, die gleich sind.

Hier ist der Feldweg wieder geschottert.

Nach einem Weilchen kannst du die Brücke sehen, die auf dem Hinweg den Abzweig markiert hat. Du gehst hier einfach geradeaus weiter. Die andere Talseite kennst du bereits vom Hinweg. Die Wanderung verläuft nun im Schatten und dieser Teil ist ideal für heiße Tage geeignet.

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So sahen die Holzwehre früher aus

Hier gibt es auch eine Beschreibung der historischen Wasserversorgung mit einem Nachbau eines alten Holzwehres. Das Aufstauen des Wassers war damals elementar wichtig für die Wasserversorgung der Gegend. Der poröse Karstboden hatte die Menschen schon immer vor Herausforderungen gestellt.

Salzbühlhöhle

Kurz vor der nächsten Kreuzung befindet sich die Salzbühlhöhle im Wald auf der linken Seite. Keine Sorge, ich bin auch erst daran vorbei spaziert und bin dann einfach 20 m von der Kreuzung zurück gegangen, um sie zu besichtigen. Von dieser Seite ist sie leichter zu entdecken.

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Die Salzbühlhöhle ist leicht zu übersehen

Nach der Besichtigung der Höhle gehst du zur Kreuzung zurück und biegst rechts ab. Du nimmst die Teerstraße zurück zu dem Schotterweg, der wieder links abbiegt. Nun hast du denselben Weg erreicht, den du für den Hinweg gelaufen bist. Wenn du genügend Zeit hast, kannst du auch auf der linken Talseite weiterwandern, Doch dieser Weg ist einiges länger als mein Weg und bei mir war es schon später Nachmittag.

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Das Mühlenmuseum ist auch von außen sehenswert

Nun spazierst du den Weg zurück, den du gekommen bist und erreichst dein Auto auf dem Parkplatz Schönrain. Wenn du Lust und Zeit hast, dann kannst du noch einen Abstecher ins Mühlenmuseum machen, denn daran läufst du wieder vorbei. Infos und tolle Fotos vom Museum findest du auf der Internetseite des Museums. Hier kannst du auch die Öffnungszeiten nachlesen.

viagolla Wandertouren

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