Killing Field in Choeung Ek – Phnom Penh

 Killing Field in Choeung Ek – Phnom Penh

Von den Roten Khmern und Pol Pot hast du vielleicht schon gehört.

Die Geschichte von Pol Pot

Pol Pot wurde 1928 in Kambodscha geboren und kam 1949 nach Paris zum Studieren. Dort wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei und als er zurück kam, trat er der Kommunistischen Partei Indochinas in Vietnam bei. 1975 kommt er an die Macht in Kambodscha und führt – ich nenne es den „Urkommunismus“ – ein.

Um eine neue Gesellschaft zu entwickeln, schafft er persönliches Eigentum ab, treibt alle Menschen aus den Städten und zwingt jeden, auf den Feldern zu arbeiten. Alle Menschen, die nicht in dieses Bild passen, sind seiner Meinung nach nutzlos. Kambodscha hat zu der Zeit 8 Mio. Einwohner. In den 4 Jahren, in denen die Roten Khmer wüten, sterben 3 Mio. von ihnen. Fast ein Drittel der Bevölkerung verhungert, stirbt an den unmenschlichen Bedingungen auf den Feldern oder wird getötet.

So unglaublich es klingen mag: Die Stadt Phnom Penh ist in nur 3 Tagen menschenleer. Unter die Menschen, die nicht in die neue Gesellschaft passen fallen z.B. Intellektuelle, Lehrer, Künstler, Schauspieler, Tänzer oder nur Menschen, die eine Brille tragen. Ich habe gelesen, dass an manchen Stellen einfach getestet wurde, wer auf eine Kokospalme klettern kann. Wer dies nicht schaffte, wurde aussortiert. Es wurde sehr schnell angefangen, sich dieses „Ballastes“ zu entledigen.

Das Killing Field in Choeung Ek ist eines von geschätzten 300 Plätzen, an denen dies stattfand. Hier starben 20.000 Menschen.

Das Killing Field – Massengrab für 20.000 Menschen

Am Anfang wurden sie noch erschossen, aber dann fing man an, Munition zu sparen und sie wurden mit allem getötet, was als Waffe diente: Knüppel, Spaten und Äxte. Eigentlich wollte ich hier nicht herkommen, aber das Feld liegt auf dem Weg zurück vom Zoo und so stoppte ich hier, um mehr über die Vergangenheit zu lernen.

Die Besichtigung

Mit einem Audioguide erfährt man die Geschichte des Ortes und hört Erzählungen von Opfern und Tätern. Sehr behutsam wird mit dem Geschehenen umgegangen. Die Überreste der Ermordeten wurden ausgegraben und zur letzten Ruhe in einen Chedi in der Mitte gebettet. Für uns mag es etwas geschmacklos wirken, die Schädel nach Alter und Geschlecht sortiert aufzustapeln, aber ich habe solche Gebeine auch schon in katholischen Kirchen gesehen. Wirklich schlimm ist, dass sie die Todesart zeigen. Mit bunten Punkten wird markiert, ob das Opfer durch Kugel, Knüppel, Messer, Axt etc. umkam.

Das Gelände zeigt in verschiedenen Audioguide-Stationen, wo welche Gebäude standen, erklärt ihre Funktion und so läuft man um ein Gelände voller grasbewachsener Gruben herum. Hier befanden sich die Massengräber, die nun größtenteils leer sind.

Stell dir vor, dass hier große Lautsprecher standen und jeden Abend wurde Propaganda-Musik gespielt, wenn angefangen wurde, die Menschen zu töten. Das sollte die Schreie der Sterbenden übertönen. Das war das letzte, was diese Opfer hören mussten.

Einen besonders schlimmen Ort markieren bunte Bänder an einem Baum. Hier wurden Babys und Kleinkindern von den Wärtern an den stacheligen Stamm geschleudert, um sie zu töten. Die Mütter mussten dabei zusehen. Die Bänder wurden von den Besucher als Zeichen des Andenkens und der Trauer angebracht. In einer Grube daneben wurden Frauen und Kinder verscharrt. Wie tief muss ein Mensch sinken, um so etwas zu tun?

In Schaukästen wird die Kleidung, Brillen, Schuhe der Toten ausgestellt. Es kommen immer wieder Stücke bei starken Regenfällen an die Oberfläche. Ein kleiner Versuch, den Menschen, die hier starben, wieder eine Identität zu geben. Weg von einer Nummer, weg vom Grauen, weg vom Vergessen.

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich dort war. Nur durch die Geschichte versteht man diese Menschen und was ich ganz unglaublich finde, ist die herzerfrischende Freundlichkeit und Lebensfreude der Khmer. Du spürst keine Verbitterung und das ist ganz elementar für diese Land.

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