Ho-Chi-Minh-Stadt – früher Sai Gon

 Ho-Chi-Minh-Stadt – früher Sai Gon

Ho Chi-Ming Stadt ist die größte Stadt Vietnams und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Über 7 Mio. Menschen leben im Großraum der Stadt, die bis nach dem Ende des Vietnamkrieges Sai Gon hieß. Mit dem Abzug der Amerikaner aus der Stadt 1975 endete der Vietnam Krieg und die Stadt wurde 1976 nach dem Nordvietnamesischen Staatschef Ho Chi Minh benannt. Den Namen Sai Gon findet man jedoch immer noch. Die Stadt ist in 17 Distrikte unterteilt und die Innenstadt ist District 1 und heißt offiziell Sai Gon.

Im Gegensatz zum Rest des Landes hat es hier mehr Autos. Der Verkehr mit Motorrädern, Mopeds, Fahrrädern und sonstigen Vehikeln läuft jedoch genauso chaotisch. Wenn du einen Termin hast, zu dem du mit dem Auto fährst, solltest du dies berücksichtigen und entsprechend Zeit einplanen. Mein Rückflug war abends und der Feierabendverkehr war entsprechend zäh.

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Deshalb auch mein Tipp, die Reise im Norden zu beginnen. Jetzt hatte ich mich an den Verkehr gewöhnt und habe es geschafft, während des gesamten Urlaubs nicht überfahren zu werden. Außerdem ist Ha Noi nicht so groß und zum Eingewöhnen ideal

Im Oktober ist hier Regenzeit. Bei mir hat es jeden Nachmittag geregnet bzw. geschüttet. Es war, als dreht der liebe Gott die Dusche an und somit empfehle ich dir, deine Besichtigungen auf morgens zu legen oder mittags dann eben irgendwas drinnen zu machen. Einmal musste ich sogar auf dem Rückweg vom Bankautomat kurz in einem Restaurant stoppen. Die 50 m bis zum Hotel schaffte ich nicht. Ein Schirm ist praktisch – hilft jedoch nur bedingt, da der Regen so stark ist, dass man auf jeden Fall nasse Hosen und Schuhe bekommt.

Und noch ein spezieller Tipp von mir: Ich war hier beim Frisör und es war Klasse. Sehr professionell mit schöner Kopfmassage. Lustig ist, dass man zum Haarewaschen liegt, was viel bequemer als bei uns ist.

Wenn du Zeit hast: Gönne dir eine Ölmassage. Herrliche 60 min. entspannen und sich verwöhnen lassen. Die Massage ist nicht ganz so „schmerzhaft“ wie eine Thaimassage. Man wird jedoch auch wieder in Form gebogen. Also nicht wundern, wenn es nicht nur angenehm ist. Schade fand ich es nur, dass es so was nicht auf Flughäfen gibt, denn am nächsten Tag war mein Rückflug und der ganze schöne Effekt war nach der Landung in Deutschland wieder weg.

Was ist interessant in der Stadt?

Vietnam - Ho-Chi-Minh-Stadt

Hoi Truon Thong Nhat (Wiedervereinigugnspalast)

In diesem Palast wurde letztes Jahrhundert mehrmals Geschichte geschrieben, also lohnt sich ein Besuch in jedem Fall. Sai Gon war lange Zeit Französisch. Bei einem Bummel durch die Straßen kannst du alte Kolonialgebäude bewundern, die sich vor allem in der Nähe des Majestic Hotel (1925) befindet. Das Continental Hotel wurde sogar 1880 fertiggestellt und hat nichts mit John Wick zu tun. Zumindest glaube ich das.

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Zurück zum Palast und seiner Geschichte: Der ursprüngliche Palast war Sitz des Französischen Generalgouverneurs, der 1954 von dem Südvietnamesischen Präsidenten Ngo Dinh Diem übernommen wurde. 1962 wurde der Palast von der Südvietnamesischen Luftwaffe bombardiert, um den Präsidenten auszuschalten.

Der Palast wurde 1963 wieder aufgebaut und kann innen komplett besichtigt werden. Wenn du ihn besuchst, vergiss den Keller nicht, der mit zu den interessantesten Teilen des Gebäudes gehört, da hier die Bunker, Funkraum und Besprechungszimmer der Südvietnamesischen Armee während des Krieges mit Karten etc. gezeigt werden. Auf dem Dach befindet sich der Hubschrauber, mit dem zum Ende des Krieges die letzten Amerikaner evakuiert wurden.

Das Ende des Krieges wurde damit besiegelt, dass zwei Panzer der Nordvietnamesischen Armee am 30.04.1975 auf das Gelände des Palastes fuhren. Nachbildungen befinden sich im Garten des Palastes ebenso wie eine Nachbildung des F5E-Kampflugzeuges, mit dem ein Nordvietnamesischer Pilot den Palast bombardierte. Es sind beliebte Fotomotive bei Einheimischen ebenso wie bei Touristen.

Im Inneren des Palastes können zudem Besprechungszimmer des Präsidenten, seine Privaträume und die Privaträume seiner Gattin bestaunt werden. Einen Ballsaal, Kino, Gästezimmer und die Bar auf dem Dach kannst du ebenfalls besichtigen. Und alles schön im Stil der 60er Jahre. Und natürlich gab es tolle alte Fotos, z. B. habe ich J.F. Kennedy entdeckt. Im Keller ist auch der alte Daimler des Präsidenten ausgestellt.

Ich empfehle dir, dir genügend Zeit zu nehmen, denn der Palast hat über 100 Zimmer in drei überirdischen Stockwerken und zwei Kellergeschossen. Und vergiss den Garten nicht.

Die Pagode des Jadekaisers – eines der wichtigsten Heiligtümer der Stadt

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Die Pagode liegt ca. 1 km vom Palast entfernt. Das kannst du aber gut zu Fuß meistern, zumal ich finde, dass man dabei oft die interessantesten Dinge entdeckt. Der Jadekaiser, dem die Pagode gewidmet ist, ist der Wächter zum Tor zum Himmel. Er ist die höchste Gottheit des Taoismus. Wer an ihm vorbei in den Himmel möchte, muss ein Leben voller Verdienste geführt haben, ansonsten wartet eine von 10 Höllen, die hier auch dargestellt werden. Dante lässt grüßen – seine Hölle hatte wenigstens nur 9 Stufen. Lies mal Dan Browns „Inferno“.

Um in die Haupthalle zu gelangen, führt der Weg an zwei riesigen Wächtern vorbei, von denen einer den Blauen Drachen (das Zeugen von Leben – Osten) besiegt hat und einer den Weißen Tiger (das Sterben – Westen). Schon bei den Ägyptern war der Westen immer das Reich der Toten und der Osten das Reich der Lebenden. Sonnenauf- und -untergang haben also überall die selbe Bedeutung. Mit ihrem Erscheinen entsteht das Leben und versinkt sie, nimmt sie das Leben mit. Ein schöner Gedanke.

Verhaltensregeln beim Tempelbesuch

Man kann auch nach oben in den 2. Stock und hat von da einen guten Blick in den Innenhof. Hier befindet sich ein Wasserbecken mit riesigen Fischen. Du kannst im Tempel fotografieren, jedoch immer mit Respekt. Die Menschen kommen ja schließlich her zum Beten. Bitte denke auch an angemessene Kleidung. Die Schultern und die Knie müssen bedeckt sein. Schuhe zieht man vor dem eigentlichen Heiligtum aus. Mach es einfach so, wie es die Einheimischen und wenn keiner da ist, dann lieber vorsorglich die Schuhe draußen lassen. So kannst du auch als ausländischer Besucher deinen Respekt zeigen. Zudem gilt es als unhöflich, mit den Füssen auf Menschen oder Dinge zu zeigen. Deshalb knien die Gläubigen immer so, das die Füße vom Heiligtum, Gott oder Götter weg zeigen.

Sri Mariamman-Tempel – ein Hindutempel – bunt und exotisch

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Dieser Tempel liegt nahe dem Benh Thanh Markt und wird nicht nur von der Tamilischen Minderheit besucht. Er ist der Südindischen Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin Mariamman geweiht. Da hier von Wundern und heilenden Kräften berichtet wird, kommen auch Vietnamesen und Chinesen hierher, selbst wenn sie mit dem Hinduismus nichts zu tun haben. So sieht man den pragmatischen Umgang mit Religion in Vietnam und ich wünschte mir, dass alle Religionen bzw. Gläubige so tolerant wären.

Der Tempel ist nicht sehr groß, aber durchaus sehenswert. Vor allem, wenn du noch nie einen Hindutempel gesehen hast, wirst du von den bunten Darstellungen überrascht sein. Besonders die blauen Götter wirken auf mich fremd und exotisch. Ich verbrachte sehr viel Zeit hier, denn der nächste Platzregen hat mich dort überrascht. Das Schöne ist, dass es keinen stört und so verbrachte ich das Warten mit vielen anderen Gläubigen oder einfach nur Flüchtlingen vom Regen.

Notre Dame Kathedrale – kein Witz

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Notre Dame in Paris ist abgebrannt und nach mehren Besuchen dort kann ich es immer noch nicht fassen. Mein Herz blutet, bei dem Gedanken, was alles unwiederbringlich verloren ist. Aber zum Glück war die Kathedrale beim Brand geschlossen und es kamen keine Menschen zu Schaden.

Hier in Sai Gon steht also auch eine Kathedrale mit dem stolzen Namen Notre Dame. Erbaut wurde sie von den Franzosen 1877 bis 1883 im Neoromanischen Stil. Ihre beiden Türme sind 57 m hoch. Ich hatte leider keine Gelegenheit sie von innen zu besichtigen. Also kann ich dazu nichts schreiben. Nur soviel, das es echt schwer ist, ein Foto ohne posierende Menschen zu machen, da die Touristen fast Schlange stehen, um sich hier zu verewigen.

Wenn du dich für Kirchen interessierst, dann schau auch mal bei der Jeanne d’Arc-Kirche vorbei. Sie wurde 1928 erbaut und sticht dir mit ihrer rosafarbenen Außenfassade hervor.

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Tagestour zum Mekong-Delta

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Die Tour habe ich gemacht, da ich noch Zeit hatte. Das war jedoch die schlechteste Tour in Vietnam und ich kann es nicht empfehlen. Ich wollte das Delta sehen und wenn möglich mit dem Paddelboot erkunden, doch das war nur ein Stück von 10 min. bis 15 min. Dauer. Die ganzen Touristen wurden hier durchgeschleust und ich habe mich wie auf einer Kaffeefahrt gefühlt. Ein Geschäft nach dem anderen wurde besucht. Zum Teil wurde auch gezeigt, wie Dinge im Delta hergestellt werden. So sah ich zum Beispiel, wie Süßigkeiten aus Kokosmilch gemacht wurden, Honig hätte man kaufen können und Erzeugnisse aus Bambusfasern. Interessant – mir aber zu touristisch.

Schön war das Mittagessen auf einer Fischerinsel. Wir fuhren mit einem großen Boot hin und hatten dann die Möglichkeit die Insel mit einem Fahrrad zu erkunden.

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An einem schönen Tempel (Cung Nghinh Chu Ton Duc) hielten wir noch kurz. Beeindruckend waren hier die riesigen Buddha-Statuen.

So schön der Tag vom Wetter her auch war. Abends kam dann wieder das Gewitter mit Platzregen wie jeden Tag.

Bei Tagestouren wird nur der Rand des Deltas besucht, wo alle Kurzreisenden hinfahren. Wer also das Delta richtig erkunden möchte, muss mehr Zeit einplanen und auch im Delta übernachten. Auf dem Mekong kann man übrigens auch nach Kambodscha direkt in die Hauptstadt Phnom Penh mit dem Schiff reisen. Details dazu findest du bei meiner Beschreibung über Kambodscha – das war nämlich mein nächster Urlaub.

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