Batalha – das Wunder Manuelinischer Architektur

 Batalha – das Wunder Manuelinischer Architektur

Die Stadt Batalha liegt nordöstlich von Nazare Richtung Porto. Wenn du bisher noch nicht Fan der Manuelinischen Architektur geworden bist, dann bist du es spätestens nach der Besichtigung des Klosters Mosteiro de Santa Maria da Vitoria, welches als schönstes Beispiel dieses Architekturstils gilt. Aus massivem Stein werden zarte Blüten, Schneeflocken, gedrehte Seile, Muscheln, Blüten und Fabelwesen gezaubert.

In der Schlacht von Aljubarrota besiegten 6.500 Portugiesen unter Befehl von Dom Nuno Alvares Pereiras unterstützt von ein paar Hundert englischen Soldaten das 30.000 Mann starke Heer von Johanns I von Kastilien. Er wollte Johann I von Portugal entthronen. Dieser hatte die Jungfrau Maria um Hilfe für den Sieg gebeten und versprach den Bau eines Klosters, wenn er siegte. Er hielt sein Versprechen, indem er drei Jahre später mit dem Bau der Dominikanerabtei begann.

Klosters Mosteiro de Santa Maria da Vitoria

Die ockerfarbene Kalksteinfassade zeigt noch deutlich den Einfluss der Spätgotik. Die Spitzbögen der Fenster wechseln mit Strebepfeilern, Balustraden und Türmen und Türmchen ab. Am besten kommst du früh morgens, denn da leuchtet der Stein in seiner schönsten Farbe. Nimm dir auch Zeit, die Wasserspeier am Dach zu betrachten, die alle möglichen Gestalten und Ungetüme darstellen.

Portugal - Batalha

Die Kirche

Die Kirche ist im Gotischen Stil gebaut und die Säulen ziehen wie immer den Blick nah oben. Der Innenraum ist schlicht gestaltet, aber das macht für mich den Reiz dieser Portugiesischen Klöster aus. Rechts neben dem Eingang befindet sich die Stifterkapelle mit dem Gemeinschaftsgrab von Johann I von Portugal und seiner Englischen Ehefrau Philippa von Lancaster, die er 1387 heiratete. Diese Heirat legte den Grundstein für die bis heute noch bestehende Allianz zwischen Portugal und England.

Das Kloster

Im Innern befindet sich in dem Sala do Capitula das Grab des unbekannten Soldaten. Es wird von Soldaten der Portugiesen Armee bewacht und wenn du Glück hast, kannst du dem Wachwechsel zusehen. Als ich dort war, war sogar eine Soldatin mit dabei. Im früheren Refektorium befindest sich zudem ein kleines Museum zum Gedenken an den unbekannten Soldaten. Eigentlich ein schöner Platz dafür, wenn du an die Entstehung des Klosters denkst.

Capelas Imperfeitas

Portugal - Batalha

Die unvollendete Kapelle Capelas Imperfeitas hat ihren ganz eigenen Charme. Sie wurde 1437 in Auftrag gegeben jedoch eingestellt, als deren Architekt Mateus Fernandes 1515 starb. Sein im Boden eingelassenes Grab findest du in der Kirche direkt am Eingang.

Die Manuelinische Ornamente wirken hier besonders lebendig, da du sie durch das Tageslicht des offenen Daches betrachten kannst. Besonders faszinierend finde ich, dass alles fertig ausgeschmückt und verziert ist. Es sieht fast so aus, als sei der obere Teil einfach abgetrennt worden.

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