Reiseziele London

London – Stadt des Brexits, der Olympischen Spiele und der unglaublichen Königin Elisabeth II

London wollte ich schon so lange einmal besuchen und als ich in Marokko eine Londonerin kennen lernte, bot sich ein Besuch der Stadt an. Es wurde ein ganz besondere Reise, denn es war nicht nur ein Treffen vor Ort, sondern ich hatte durch sie meinen privaten Reiseführer mit Insidertipps.

Deshalb widme ich diesen Beitrag dir Sara. Danke für deine Gastfreundschaft.

Nach meinem Besuch muss ich zugeben, dass London für mich die schönste Stadt in Europa ist. Sie verbindet das Historische mit der Moderne, bietet eine herrliche Mischung aus fremdländischen und einheimischen Eindrücken und ist herzerfrischend freundlich. Obwohl die Stadt mehrmals im Laufe ihrer Geschichte zerstört wurde, haben ihre Bewohner nie aufgegeben und sie immer wieder neu aufgebaut. Aber erst einmal der Reihe nach.

Reise durch die Geschichte

Schon Julius Cäsar hat sich an der Sturheit der Engländer die Zähne ausgebissen und musste 55 v. Chr. seinen Einmarsch nach Britannien erfolglos abbrechen. Ob Asterix der Gallier damit etwas zu tun hat, ist offiziell nicht bestätigt. 43. n. Chr. schafften es die Römer doch noch mit der Eroberung und Londinium wurde als Festung ausgebaut. Der Name stammt wahrscheinlich von den Kelten, dessen Bedeutung jedoch nicht überliefert ist. 122  n. Chr. brannte die Stadt das erste Mal nieder und 410 endete die Präsenz der Römer.

597 regierte der erste Englische Monarch mit christlichem Glauben und die religiöse Vormachtstellung der Stadt begann. 604 wurde die erste Kathedrale des hl. Paulus gebaut, an der Stelle, wo heute die St. Paul’s Cathedral steht.

852 begann ein Kapitel, dass mir so nicht bekannt war: Die Wikinger besiedeln die nun Lundenwic genannte Stadt. Aber nicht, bevor sie sie 10 Jahre zuvor angegriffen und vollständig niedergebrannt hatten. Das war der zweite große Brand. 886 konnte König Alfred – der 1. König von England – die Stadt zurück erobern. Innerhalb der Mauern der alten Römerstadt wurde eine neue Siedlung gegründet, die 994 den erneuten Angriff der Wikinger abwehren konnte.

Wilhelm, Herzog der Normandie, fiel 1066 von Frankreich kommend mit einem gewaltigen Heer nach England ein, nachdem es dort zur Streitigkeiten in der Thronfolge gekommen war. Im selben Jahr wird er in der Westminster Abbey zum König gekrönt und eint die Nation. Wilhelm der Eroberer gilt somit als Gründer Englands, das nun den Normannen gehörte. Wilhelm baute auch den White Tower, der heute das Kernstück des Towers of London bildet. Der letzte Normannische König starb 1154.

So kam Heinrich II an die Macht und seine Nachfolger blieben es 250 Jahre lang. London war mittlerweile eine reiche Handelsstadt und die Könige ließen ihr gerne ihre Unabhängigkeit. 1558 bis 1603 regierte Elisabeth I und es gilt für London als besonders glanzvolle Zeit: Die Englische Literatur erreichte eine unübertroffene Höhe, die religiöse Toleranz prägte das gesellschaftliche Denken und England stieg durch den Sieg über die Spanische Armada 1588 zur Supermacht der Meere auf. Die Bevölkerung der Stadt lag nun bei 200.000 Menschen.

1665 raffte die Pest jedoch 100.000 Menschen dahin und 1666 zerstörte ein in einer Bäckerei ausbrechendes Feuer 80 % der Stadt. Fast alle Gebäude bestanden damals aus Holz und deren Dächer waren strohgedeckt. Der Architekt Chistopher Wren nutze die entstandenen Freiflächen um 51 Kirchen und Kathedralen zu bauen. Neue Gesetze legten fest, dass Straßen verbreitert wurden und die Fachwerkhäuser durch Ziegel- und Steinbauten ersetzt werden mussten.

Und wieder war es eine Königin, die für London eine besondere Bedeutung hatte: 1837 bestieg Victoria den Thron und entwickelte London während ihrer 64 Jahre dauerten Regentschaft zur größten und wohlhabendsten Schaltzentrale, die die Welt je gesehen hatte. Das Großreich erstreckte sich zu der Zeit über ein Viertel der Erdoberfläche und sie herrschte über 500 Mio. Menschen. Ihre Regierungszeit wird als Höhepunkt der Britischen Weltherrschaft betrachtet. Sie ließ neue Docks für den Handel mit den Kolonien bauen, neue Eisenbahnstrecken vernetzten das Land und die erste U-Bahnstrecke der Welt eröffnet. „Big Ben“, die Royal Albert Hall und die Tower Bridge stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Die Bevölkerungszahlen Londons explodierten von 1 auf 6 Mio. Menschen.

Den Ersten Weltkrieg überstand die Stand noch glimpflich, obwohl sie von Deutschen Zeppelinen bombardiert wurde. Der Zweite Weltkrieg hinterließ jedoch 1/3 der City und des East Ends in Trümmern. 30.000 Menschen waren gestorben und 50.000 verletzt. Das als „The Blitz“ gekannte Bombardement der Deutschen dauerte im Jahr 1940 ganze 57 Nächte und 1944 wurde die Stadt mit V1 Flugkörpern beschossen.

Auf die Jahre nach dem Krieg möchte ich nicht groß eingehen. Nur so viel ist für die Stadtgeschichte hervorzuheben: Im Jahr 2000 wurde das Stadtbild durch das mit 135 m Höhe größte Riesenrad Europas ergänzt. Das London Eye ziert seit dem die Themse und ist von der Stadtsilhouette nicht mehr wegzudenken.

2012 war „das“ Jahr für die Stadt. Königin Elisabeth II feierte ihr 60-jähriges Thronjubiläum und bei den Olympischen Spielen feierten 15.000 Sportler diese außergewöhnliche Stadt.

Neugierig? Hier kommen die Details:

Insider-Tipps

Um die Stadt zu besichtigen, empfehle ich dir den London Pass. Er kostet je nach Dauer unterschiedlich und bietet für die meisten Sehenswürdigkeiten Vergünstigungen oder ganz kostenlosen Eintritt. Zudem beinhaltet er ein kleines Heft mit einer Übersicht der Sehenswürdigkeiten und so habe ich viel mehr angeschaut, als geplant war. Den Pass hatte ich schon vorab gekauft, um vor Ort mehr Zeit zu haben. Schau einfach im Internet, welche Angebote aktuell gelten:

www.londonpass.de

Ich bin mit Ryanair nach London geflogen. Die landen aber außerhalb auf dem Flughafen Stansted. Von hier gibt es einen Zug in die Stadt. Wenn du deine Fahrkarte vorab im Internet buchst, kannst du enorm sparen. Bei mir waren es 30 Tage vorab notwendig, aber schau auch hier auf der Seite:

https://www.stanstedexpress.com/de/angebote/ticketangebote/

Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt, wie du bei der Reise durch die Geschichte hoffentlich gelesen hast. Sie hat auch ein geniales Bezahlsystem. Es gibt die Oyster-Card für die öffentlichen Verkehrsmittel. Du lädst einen Betrag X darauf und jedes Mal, wenn du die U-Bahn benutzt, hebst du die Karte einfach an das Lesegerät am Ein- und Ausgang. Keine Angst – du kannst es nicht vergessen, denn nur dann öffnen sich die Zugangsgitter. Die Karte summiert die Einzelfahrten bis maximal der Betrag eines Tagestickets erreicht ist. Kein Kleingeld, kein Rechnen was günstiger ist, kein Papierticket und du zahlst immer den günstigsten Fahrpreis. Die Karte bekommst du in kleinen Tabakläden und kannst sie dort auch aufladen.

Nachdem jetzt der Brexit stattgefunden hat, solltest du zudem nach den Einreisebestimmungen schauen. Im Augenblick ist mir nichts außergewöhnliches bekannt, aber einen gültigen Reisepass solltest du in jedem Fall besitzen und auch dabei haben. Schon vor dem Brexit hatte Großbritannien sein Britisches Pfund behalten. Am Besten du tauscht gleich am Flughafen etwas Geld oder hebst es dort am Automaten ab.

Die Sehenswürdigkeiten sind nach Stadtteilen gegliedert, dass macht es für dich leichter, ihre Besichtigung zu planen.

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