London City

 London City

Die Stadt ist in verschiedene Stadtteile gegliedert und am Besten fangen wir zentral mit dem Stadtteil „City“ an. An den Einfallstraßen findest du einen Drachen, der das Wappen der City ist und ihre Grenze markiert.

Tower of London

London - London City

White Tower

Der Tower of London ist eine so große Anlage, dass du mindesten einen halben Tag für die Besichtigung einplanen solltest. Die gewaltige Burg mit ihren 22 Türmen diente im Lauf der Zeit als Palast, Sternwarte, Lagerhaus, Zoo und ist nun ein Besuchermagnet. Wilhelm der Eroberer begann als erster an der Festung zu bauen, indem er den White Tower errichten ließ. Ursprünglich hieß das 30 m Hohe Gebäude Tower of London, Heinrich III ließ ihn aber weiß streichen. Er steht in der Mitte der Anlage und beherbergt die Rüstungen und Waffen aus der Royal Armouries. Über zwei Stockwerke kannst du hier bestaunen, was an Rüstungen damals als schick galt. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, wie man damit kämpfen bzw. sich überhaupt vorwärts bewegen konnte.

Die Kapelle aus dem Jahr 1080 im 1. Stock des White Towers heißt St. John’s Chapel. Sie gilt als älteste erhaltene Kirche Londons und ist schlicht wie zu Normannischen Zeiten gehalten.

Waterloo Barracks

Gleich nördlich des Towers befindet sich die Waterloo Barracks, wo die Kronjuwelen aufbewahrt werden. Sie sollen 20 Mrd. Pfund wert sein und du kannst dir vorstellen, wie streng hier die Sicherheitsmaßnahmen sind. Bevor du die Juwelen bestaunen kannst, solltest du dir den Film über die Juwelen und die Krönung Elisabeths II von 1953 anschauen. Nicht nur Kronen sind mit riesigen Juwelen besetzt, sondern auch Zepter, Schilde und Reichsäpfel und andere Krönungsinsignien. Ein Laufband sorgt dafür, dass jeder einen guten Blick darauf hat und wenn du möchtest, kannst du dich ja mehrmals an dem Schatz vorbei fahren lassen, um ihn in Ruhe zu bestaunen. Fotografieren ist strengstens verboten!

Palast

Der Mittelalterliche Palast steht südlich des Towers und entstand ab 1220 und war Sitz der Mittelalterlichen Monarchen. Sehenswert sind die Replik der Schlafkammer von Eduard I (1272 -1307) und der Thronsaal seines Vaters Heinrich III. (1216-72) im Wakefield Tower. Hier befindet sich auch der Bell Tower, von dem die Abendglocken geläutet werden.

Außenanlage

Das Traitors Gate befand sich früher direkt an der Themse und hier wurden die Gefangenen über den Fluss in den Tower gebracht. Gegenüber von diesem „Verrätertor“ befindet sich der Bloody Tower. Sein Name hat er von der Geschichte der „Prinzen im Turm“ erhalten. Eduard V und sein jüngerer Bruder wurden hier gefangen gehalten und ermordet, um ihre Ansprüche auf den Thron zu vereiteln. Ihr Onkel Heinrich III war vermutlich dafür verantwortlich.

Das ist aber leider nicht die einzige blutige Geschichte dieses Ortes, wie du vermutlich schon weißt. Auf dem Tower Green Scaffold Site wurden 7 Menschen geköpft, darunter drei Königinnen. Eine Skulptur von Brian Catling in Form eines Glaskissens markiert den Ort des Schreckens.

In der Chapel Royal of St. Peter as Vincula wurden die Ermordeten bestattet neben weiteren historischen Persönlichkeiten. Sie kann aber nur im Rahmen einer Führung oder eine Stunde nach Öffnung oder vor Schließung des Towers besichtigt werden.

Auf dem East Wall Walk kannst du die mit Türmen versehene 36 m breite innere Mauer des Towers erklimmen und oben entlang spazieren. Es beginnt am Salt Tower aus dem 13. Jh., führt weiter zum Broad Arrow Tower und zum Constable Tower. In den beiden Türmen sind kleinere Ausstellungen unter gebracht. Der Rundgang endet am Martin Tower, in dem ältere Krönungsinsignien zu sehen sind.

Yeomann Warder

Dir werden zudem mit Sicherheit die bunt gekleideten Führer auffallen. Das sind die Yeomann Warder. Sie bewachten London schon Ende des 15. Jh. und müssen heute mindestens 22 Jahre in der Britischen Armee gedient haben. Sie wohnen sogar im Tower. Nachts liegt ihre Hauptaufgabe darin, die Kronjuwelen zu bewachen, tagsüber sind sie Touristenführer.

Die Raben

Eine weitere feste Institution des Towers sind seine Raben. Im Mittelalter lebten sie von den Leichen der geköpften Verräter und aus dem Fenster des Palastes geworfenen Essensresten. Es gibt die Legende, dass ein großes Unheil über England hereinbricht, sollten die Raben aus dem Tower verschwinden. Da man ja schließlich kein Risiko eingeht, leben heute immer 6 mit gestutzten Flügel im Tower, die gepflegt und gefüttert werden. Zum Glück müssen sie heute keine Leichen mehr Essen – bekommen aber mit Blut getränkte Kekse….

Tower Bridge

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Gleich neben dem Tower befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Londons: Die Tower Bridge. 1894 wurde die dringend benötigte Flussüberquerung gebaut. Um den Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen, wurde sie mit einem Hebemechanismus versehen. In nur 3 Minuten klappt die Fahrbahn komplett nach oben. Auch heute öffnet sie sich bis zu 1.000 Mal pro Jahr.

Das Innere der Brücke kann durch die Tower Bridge Exhibition besichtigt werden. Neben dem Maschinenraum kannst du auch nach oben in die 2. Etage gelangen und von dort den Blick auf die 42 m tiefer fließende Themse und die Stadt genießen. Für alle Mutigen gibt es in den Boden eingelassene Glasplatten, über die man gehen kann. Wenn die Brücke im Klappbetrieb ist, hat es hier wahre Menschenansammlungen. Wenn du das Schauspiel erleben möchtest, musst du rechtzeitig einen Platz sichern. Für die Durchfahrt der Boote gibt es feste Zeiten, die du am Eingang erfragen kannst.

Wenn du dir den Eintritt sparen möchtest, kannst du auch einfach zu Fuß über die Brücke schlendern. Einen tollen Blick auf die Neugotischen Türme, die Themse und den Tower of London gibt es in jedem Fall.

St. Paul’s Cathedral

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Die St. Paul’s Cathedral zählt zu den bekanntesten Gebäuden Londons und ist die fünfte Kirche an dieser Stelle. Die erste Kirche Londons wurde hier vor mehr als 1.400 Jahren errichtet. So wie sie jetzt zu sehen ist, wurde sie 1711 fertig gestellt. Die Kuppel ist die zweitgrößte Kirchenkuppel nach dem Petersdom in Rom und wurde von Christopher Wren gebaut. Wenn du das nächste Mal Star Trek Teil 2 anschaust, dann wirst du erstaunt sein, ihre Silhouette zwischen den futuristischen Gebäuden zu entdecken.

Ihr doch nicht geringer Eintritt von 18 Pfund ist nicht im London-Pass enthalten. Dafür ist aber ein Audioguide im Preis mit drin, der dir die Besichtigung in deinem Tempo ermöglicht. Ich wollte erst das Innere anschauen, bevor ich die Kuppel erklomm, was sich auch im Nachhinein als sinnvoll erwies. Gleich zu Beginn war nämlich ein Alarm zu hören. Als ich nachfragte, wurde mir von einem Fehlalarm berichtet. So genoss ich den Barocken Innenraum, dessen Zentrum durch den Hochaltar und den Chor markiert wird. In der American Memorial Chapel wird zudem den 28.000 US-Bürgern gedacht, die im Zweiten Weltkrieg in Großbritannien ihr Leben ließen.

Der Innenraum

Als ich mit dem Innenraum fast fertig war, gab es wieder Alarm, den ich dann einfach ignorierte. Aber denkste, diesmal war es ein echter Feueralarm und alle mussten die Kirche räumen. Die Audioguides musste man leider abgeben, sonst hätte ich ja wenigstens etwas zu tun gehabt, denn alle mussten fast 1 Stunde draußen warten, bis Entwarnung gegeben wurde. Zum Glück stellte sich heraus, dass nur ein Rauchmelder angesprochen hatte. Die Bilder der brennenden Notre Dame gab es damals noch nicht. Ich war trotzdem froh, das ich mich nicht auf dem Weg zur Kuppel befunden hatte, denn die 528 Stufen haben es schon in sich.

Die Kuppel

Die höchste Plattform der Kuppel wird über drei Etappen erreicht und bietet einen tollen Blick von oben in und auf die Kirche und über die Stadt. Zudem enthüllt sie dir auch ihre Konstruktion, denn du läufst zwischen zwei Kuppeln nach oben. Die innere Kuppel trägt das Gewicht und die äußere ist quasi nur Dekoration. Der Weg führt an der Whispering Gallery vorbei, wo du die Akustik der Kuppel testen kannst, indem du zur Wand flüsterst und dein Gegenüber auf der anderen Kuppelseite dich verstehen kann.

Weitere 119 Stufen höher gelangst du zur Stone Gallery und nochmal 152 Eisenstufen bringen dich zur Golden Gallery. 85 m über dem Boden blickst du nun über die Dächer Londons, auf die Themse, Big Ben und Westminster Abbey. Über allem dreht das London Eye seine Runden und die roten Doppeldeckerbusse sind in den Straßen zu entdecken. Zudem steht die Kathedrale auf dem Ludgate Hill, einem von nur drei Hügeln der Stadt und so ist die Aussicht wirklich genial.

Gebäude die Autoteile schmelzen können?

Wenn du von hier oben Richtung Tower of London blickst, wird dir mit Sicherheit ein konkav gestalteter Wolkenkratzer im Finanzviertel ins Auge fallen. Das Walkie Talkie genannte Gebäude, hat vor Jahren Schlagzeilen gemacht, da es durch seine Krümmung die Sonnenstrahlen so reflektierte, dass an einem davor geparkten Jaguar Plastikteile schmolzen. Auch etliche andere Gegenstände fingen in seiner Nähe einfach an zu brennen. Seine Brandwirkung wurde jedoch entschärft, in dem er einen Sonnenschutz bekam: Etliche Fester wurden mir Markisen versehen.

Die Krypta

Vergiss auf dem Weg nach Draußen nicht, einen Blick in die Krypta zu werfen. Hier sind zum Beispiel der Duke of Wellington und Admiral Nelson begraben. Auch Christopher Wren fand hier seine letzte Ruhestätte und sein Name wird für immer mit der Stadt verbunden sein und auch mit Dan Brown – aber dazu kommen wir jetzt:

Temple Church

London - London City

Wenn ich schon von Kirchen berichte und Dan Brown bei der St. Paul’s Cathedral erwähne, dann schreibe ich gleich über die Temple Church an der Inner Temple Lane, die von der Fleet Street abzweigt. Diese Kirche ist natürlich ein muss für alle Fans des Romans oder Films „Sakrileg“. Der Zugang ist total versteckt und ohne das Buch hätte ich ihn wohl nicht entdeckt. Der Weg führt über eine Holztüre hinter die Häuserfront der Fleetstreet, wo die Kirche in einem kleinen Park steht. Ich hatte immer nach einer Gasse gesucht.

Die Kirche

Die Kirche wurde von den Tempelrittern gebaut. Dieser Ritterorden wurde im 12 Jh. gegründet, um die Pilger nach Jerusalem zu schützen. Die Kirche besteht aus zwei Teilen. Die Rundkirche wurde nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem gebaut und 1185 eingeweiht. Hier befinden sich auch die Steinstatuen der 9 Ritter aus dem 13. Jh., die eine Schlüsselszene im Roman „Sakrileg“ spielen. Anders als im Film sind jedoch heute manche mit Glaskästen vor den Besuchern geschützt. An der Innenfassade des Rundbaus findest du Darstellungen von Gesichtern, die alle möglichen Fratzen schneiden.

Magna Carta

Filmfans von Robin Hood mit Russel Crow interessiert bestimmt, das hier der echte William Marshal, 2. Earl of Pembroke, begraben liegt. Er sorgte dafür, dass die Magna Carta 1215 anerkannt wurde. Diese verbriefte die politische Unabhängigkeit des Adels gegenüber dem Englischen König. Informationen hierzu befinden sich an der Wand hinter seinem Grab.

Von der Rundkirche gelangst du nach oben in die 2. Etage. Schau dir nur die genial bunten Bodenfliesen an! Als ich dort war, gab es eine Gemäldeausstellung eines heimischen Künstlers. Der Blick in den Altarraum und auf die auf dem Boden liegenden Ritter lohnt in jedem Fall den Aufstieg, auch wenn keine Ausstellung stattfindet.

1240 wurde der Altarraum fertig gestellt, der das Zentrum der heutigen Kirche bildet. Leider wurden beide Teile im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und dann wieder erneut aufgebaut.

viagolla Extratipp

Vor dem Besuch musst du dich nach den Öffnungszeiten erkundigen, da diese öfters variieren. Am Wochenende ist der Zugang nur vom Victoria Embankment möglich.

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