Randecker Maar – deine Wanderung durch den Schwäbischen Vulkan

 Randecker Maar – deine Wanderung durch den Schwäbischen Vulkan

Die Wanderung heute führt dich zu dem außergewöhnlichsten Teil des Albtraufs der Schwäbischen Alb: Zum Randecker Maar. Es handelt sich um einen Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans und ist ein Nationales Geotop.

Die Wanderung ist 15,5 km lang und du solltest um die 5,5 h einplanen. Sie ist schwierig, da du 627 Höhenmeter absteigst und das dann alles wieder bergauf wandern musst. Trittsicherheit und Kondition sollten gut sein. In Bissingen an der Teck gibt es einen Badesee. Badekleidung also nicht vergessen.

Lonetal – Neandertalerweg - Bissing – Schwäbische Alb – Deutschland – Wandertipp – viagolla
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Randecker Maar – was ist der Schwäbische Vulkan?

Du hast noch nie von einem Vulkan auf der Schwäbischen Alb gehört? Glaub mir: Es gibt ihn, jedoch ist er schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Zum Glück würde ich sagen, denn du möchtest bestimmt nicht so ein Damoklesschwert wie den Vesuv in der Nachbarschaft haben.

Nun zum Randecker Maar. Dabei handelt es sich um einen 17. Mio. Jahre alten Vulkanschlot. Der Schwäbische Vulkan war ein tertiärzeitliches Vulkangebiet, das einen Radius von 56 km umfasste. 350 Vulkanschlote wurden bis heute gefunden und als solche identifiziert. Selten erreichen die Schlotspitzen die Oberfläche und noch seltener sind sie landschaftsprägend, weshalb es das Randecker Maar doch zu etwas Einzigartigem in der Geologie der Schwäbischen Alb macht.

Der Zeitraum der aktiven Vulkane war mit 6 Mio. Jahren auch relativ lang und reichte 17. bis 11 Mio. Jahre zurück. Als deren Aktivität im Miozän endete, verschwanden auch die Merkmale eines Vulkangebiets im Laufe der Jahrtausende.

Einen wichtigen Anteil an der Erosion hatte die Entstehung des Maarsees im Schlot, nachdem der Vulkan keine Lava mehr spie. Dies führte zu vielen Fossilienfunden aus der Zeit des Miozäns, weshalb sich das Alter auch gut einordnen lässt.

Doch auch dieser See verschwand im Laufe der Zeit und heute wird das Gebiet vom Zipfelbach entwässert, der aus 20 Quellen gespeist wird. Das Trockenmaar hat einen Durchmesser von ca. 1,2 km.

Ich hatte das Vergnügen, im Studium ein paar Semester Geologie und Bodenkunde zu besuchen, weshalb ich das Thema etwas genauer erläutere.

Vogelzuggebiet der Extraklasse

Das Gebiet um das Randecker Maar hat jedoch noch eine zweite Besonderheit. Durch den Krater fällt hier der Albtrauf nicht so senkrecht ab, wie größtenteils an der Schwäbischen Alb. Dies ermöglicht den Zugvögeln, sich besser auf den abrupten Höhenunterschied von 500 m einzustellen. Der gemäßigte Anstieg des Maars führt dazu, dass die Vögel wie durch einen Trichter vor dem Albtrauf an dieser Stelle auf die Albhochfläche fliegen.

Vogelbeobachtungen sind hier auf Augenhöhe möglich und so ist die Bestimmung der Vogelarten sehr einfach. Ein Paradies für Vögel und Vogelfreunde. Es gibt hier auch das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb, das bei meiner Tour jedoch aufgrund Corona geschlossen hatte. Schade.

So nun habe ich genug für deine Allgemeinbildung getan. Jetzt geht es zur Wanderbeschreibung:

Die Wanderroute – Randeck – Bissingen an der Teck und zurück

Da ich nicht wusste, wo ich am besten parken kann, entschied ich mich, in Randeck zu starten. Das ist nicht ganz optimal, da der Ort aus 2 oder 3 Häusern besteht, Ziegelhütte wäre hier besser. Aber du kannst von überall starten, da es ein Rundweg ist.

Du folgst nun der Wiesenspur neben der Durchfahrtsstraße durch Randeck. Dein Wandersymbol ist das blaue Dreieck. Mein Weg führte mich an einer neugierigen Schafherde vorbei. Es ist einfach herrlich, am frühen Morgen hier zu laufen und ihnen zuzusehen. Sie sind wichtig für den Naturschutz im Randecker Maar, um die Heidelandschaft zu erhalten.

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Landschaftspfleger bei der Arbeit

Der Weg führt leicht bergab durch Weiden und Wälder. Nach einem kurzen Stück hörst du das Plätschern des Zipfelbachs. Nun kreuzt dein Weg die Straße. Sei bitte vorsichtig, es hat sehr viele Radfahrer, die aufgrund des Gefälles mit hohem Tempo hier durchbrausen.

Nach der Straße überquerst du den Zipfelbach auf einer kleinen Holzbrücke. Nun führt dich der Weg meist auf der linken Seite des Baches bergab. Es ist unglaublich, wie sich dieser kleine Bach ins Tal geschnitten hat. Du siehst hier metergroße Felsbrocken und es schaut aus, als wanderst du im Hochgebirge. Das ist ein wirklich beeindruckender Beginn der Tour..

Wenn du im Mai/Juni durch dieses Tal spazierst, wird dir der Knoblauchgeruch auffallen. Die Hänge sind voll mit Bärlauch. Falls du ihn pflücken und essen möchtest, sei dir aber bitte sicher, dass du ihn kennst. Jedes Jahr gibt es Vergiftungen von Leuten, die es mit den giftigen Maiglöckchenblättern verwechseln. Halte es also so wie bei Pilzen: Wenn du dir nicht sicher bist, nicht pflücken und länger leben.

Um den Zipfelbach gibt es mehrere Abzweigmöglichkeiten der Wanderwege. Du nimmst aber immer die Pfade, die in Bachnähe verlaufen. Treppen und Brücken helfen dir über die schwierigsten Wegstrecken. Wanderstöcke sind jedoch nicht verkehrt. Der komplette Bergpfad war bei meiner Wanderung nass und sehr rutschig.

Am Ende des Tals folgst du einem Schotterweg auf der linken Seite das Bachs. Du verlässt nun das Zipfelbachtal und trittst hinaus auf die Felder und an der nächsten Gelegenheit biegst du wieder links ab.

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Zeugenberge sind überall vor dem Albtrauf zu entdecken

Du wanderst nun auf einem geteerten Sträßchen bergauf. Eine Streuobstwiese begleitet den Weg. Oben am Hang wendest du dich nach rechts. Dieses Wegstück bietet dir tolle Ausblicke, die du hier genießen solltest. Denn nach einem kurzen Stück spazierst du weiter nach links und es geht wieder in den Wald hinein.

Der Weg führt geradeaus und eine blaue Raute ist hier dein Wandersymbol. An der nächsten Weggabelung hältst du dich rechts und folgst dem blauen Dreieck. Dein Weg verläuft nun am Waldrand und so bietet sich nochmal die Gelegenheit die Aussicht zu genießen. Rechts geht es nun erneut in den Wald, vorbei an der Villa Mastkorb. Dies ist ein wunderschön hergerichteter Grillplatz mit vielen Sitzgelegenheiten.

Am nächsten Abzweig gehst du nach rechts. Du folgst der blauen Raute und dem Schild Auchtert – Breitenstein.

Nun wird es spannend. Du hast eine sternförmige Kreuzung mitten im Wald erreicht. Aber keine Sorge. Auchtert und auch Ochsenwang sind angeschrieben. Diesen Weg nimmst du nicht, sondern den, der rechts daneben liegt. Außer du möchtest die Tour abkürzen. Hier ist eine gute Gelegenheit.

Bevor der Weg bergauf führt. folgst du dem Trampelpfad rechts, der den Hang leicht nach unten führt. Hier musst du sehr aufmerksam sein, da es hier keine Markierungen gibt. Im Wald ist der Pfad aber gut zu erkennen.

Der Trampelpfad mündet in einen Forstweg und du wendest dich nach rechts. Kurz darauf erreichst du eine Kreuzung. Du überquerst sie und nimmst den Forstweg, der den Berg hinab führt. Dieser ist wieder mit der blauen Raute gekennzeichnet.

Du gehst immer geradeaus und dann erreicht der Forstweg die Straße. Du folgst ihr bergab ein kurzes Stück.

Bissingen an der Teck

Das erste Sträßchen, das links abbiegt, ist dein Weg. Links hast du nun einen herrlichen Blick auf den Albtrauf und rechts auf die Stadt Bissingen an der Teck. Du schlenderst nun immer geradeaus weiter und kommst dann zu den ersten Häusern in Bissingen. Im Ort endet die Straße und du wendest dich nach rechts, wenn du noch die Kirche anschauen möchtest.

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Ortsmitte Bissingen an der Teck – markiert natürlich durch die Kirche

Nachdem du einen Blick auf oder sogar in die Kirche geworfen hast, spazierst du denselben Weg zurück. Es bietet sich zudem an, im Ort eine Pause zu machen. Duftentende Bäckereien und auch Gaststädten laden förmlich dazu ein, dass du dich hier vor dem Aufstieg stärken solltest.

Nach der Pause folgst du einfach der Beschilderung nach Breitenstein. Wenn du Lust hast, kannst du noch das kühle Nass des Bissinger Sees genießen. Denn dies ist ein Badesee. Du hast hoffentlich Badekleidung und ein Handtuch dabei?

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Der Badesee befindet sich direkt am Ortsrand von Bissingen an der Teck

Nach dem See hat es einen großen Wanderparkplatz, falls du hier mit der Tour beginnen möchtest. Du folgst der Straße und den Schildern nach Breitenstein. Nach einem kurzen Stück geht es links. Das blaue Dreieck weist dir den Weg.

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Der Weg verläuft steil bergauf durch einen wunderschönen Wald

Nun steigst du durch einen lichten Buchenwald den Berg hoch. Das ist ganz schön schweißtreibend. Zum Glück verläuft die Route im Wald und die Bäume schauen aus, als seien sie verzauberte Baumhirten.

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Ruine Hahnenkamm

Wenn du möchtest, kannst du einen Abstecher zur Ruine Hahnenkamm machen. Es handelt sich aber nur um ein paar Mauerreste im Wald. Es lohnt nicht wirklich, denn von hier hast du keine Aussicht, da der Wald dort zu hoch ist.

Nach dem schweißtreibenden Aufstieg folgt ein weiteres steiles Stück mit dem gelben Dreieck Richtung Breitenstein.

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Die Aussicht vom Breitenstein nach Bissingen an der Teck.

Breitenstein

Breitenstein ist ein Felsplateau mit einer Höhe von 811 m ü. N.N. Hier solltest du eine Pause machen und die gigantische Aussicht genießen, denn der Albtrauf fällt vor der Kante über 300 m ab. Der Turm links ist übrigens die Ruine Teck (auf meinem Bild jedoch nicht zu sehen). Du blickst von hier auf eine weite Ebene und die Zeugenberge zeigen dir, dass die Albkante früher ganz woanders lag. Man spricht hier von rückschreitender Erosion.

Nachdem du die Aussicht genossen hast, gehst du denselben Weg zurück. Am Waldrand folgst du dem Teersträßchen.

Auchtert

An der Stelle, an der die Straße endet, wanderst du geradeaus weiter. So erreichst du Auchtert mit seinen großen Lindenbäumen und einem hübschen Sitzbänkchen. Er markiert den höchsten Punkt der Gegend. Du kannst dich also freuen, von nun an wird es leichter.

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Auchtert bietet sich ebenfalls für eine Pause an.

Du überquerst die Hochfläche und biegst im rechten Winkel rechts ab und folgst dem roten Dreieck. So erreichst du wieder einen geteerten Feldweg und nach einem kurzen Stück die Straße. Du überquerst sie und auf dem Parkplatz gegenüber betrittst du das Naturschutzgebiet Randecker Maar. Das gelbe Dreieck begleitet dich weiter.

Randecker Maar

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Naturschutzgebiet Randecker Maar – ein erloschener Vulkan

Ein hübscher neu geschotterter Wanderweg bietet wunderschöne Ausblicke in den einstigen Krater.

Der Wanderweg endet auf einem geteerten Feldweg und du schlenderst nach links weiter. Dein Weg führt dich nun zu Infotafeln über das Randecker Maar.

Ziegelhütte

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Ziegelhütte wird von einem Drachen bewacht

Ein Drache bewachte den Eingang zur Ziegelhütte. Du spazierst hier hindurch, wenn dich der Drache lässt, weiter dem roten Dreieck folgend Richtung Straße. In Ziegelhütte gibt es ebenfalls die Möglichkeit zur Einkehr und bietet sich an, da die Tour bald endet. An der Straße biegst du links ab und folgst ihr nach Randeck, wo dein Auto nach dieser schönen Wanderung auf dich wartet

Du möchtest mehr über die Geologie der Schwäbischen Alb erfahren bzw. erwandern? Dann schau dir meine Tour am Heldenfinger Kliff an. Dort war früher eine Meeresküste. Es hatte Korallen und Riffe wie in den Tropen. Klasse oder? Wenn du dich mit dem Namen Bissingen vertan haben solltest, dann kann ich dir meine Wanderung durchs Lonetal anbieten. Die führt ebenfalls an Bissingen vorbei. Diesmal jedoch an Bissingen ob Lonetal.

viagollas Extratipp

Wenn du über Wiesensteig angereist bist, dann solltest du dort auf der Rückfahrt eine kurze Pause machen. Der Ort ist wirklich zauberhaft mit seinen hübschen Fachwerkhäusern.

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Hauptdurchfahrtsstraße durch Wiesensteig

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