Meteorkrater Steinheim – Wandern auf den Spuren einer Katastrophe

 Meteorkrater Steinheim – Wandern auf den Spuren einer Katastrophe

Leider kann ich nicht so viele Winterwanderung präsentieren. Den Schnee stellst du dir einfach dazu vor. Dafür entführe ich dich heute in ein Gebiet, das einzigartig auf der Welt ist.

Was die wieder erzählt, denkst du vielleicht? Doch es ist kein Witz: Der Steinheimer Meteorkrater ist mit dem Nördlinger Ries der einzig bekannte Doppelkrater weltweit.

Die Katastrophe

Sie passierte vor ca. 14 bis 15 Mio. Jahren. Ein nur 100 m – 150 m großer Meteorit schlug mit der Gewalt von 18.000 Hiroshimabomben ein. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber diese Gewalt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Was für eine furchtbare Zerstörung musste sie angerichtet haben?

Früher dachte man, dass der im 50 km entfernten Nördlingen eingeschlagene Teil zum gleichen Asteroiden gehörte. Es wurde vermutet, dass er beim Eintritt in die Atmosphäre auseinanderbrach.

Heute weiß man jedoch, dass es viele Gesteinsbrocken im All gibt, die einen Partner oder Zwilling haben, die zusammen durch das All fliegen. Deshalb geht man davon aus, dass es sich hier um einen Doppelmeteor handelte. Die gesamte Ostalb wurde verwüstet und ein 200 m tiefer Krater entstand an der Stelle, wo sich jetzt die Stadt Steinheim in eine Mulde schmiegt.

Die Entdeckung

Der Krater füllte sich mit Wasser und ein See entstand. Viele Tierskelette blieben dort im sumpfigen Wasser erhalten und sind im Krater-Museum zu bewundern. Im Laufe der Jahrmillionen verschwand der See und keiner beachtete den Krater sonderlich. Seine Ränder sind weitgehend fort erodiert und so fällt er nicht weiter auf.

Nun muss ich ein bisschen ausholen und wieder zum Thema Atombomben kommen. Die USA machten in den 1950ern Atombombentests in der Wüste von Nevada und der Geologe Eugene Merle (Gene) Shoemaker erforschte das Gebiet nach den Tests. Dabei entdeckte er eine Art Glas in den Kratern. Dieser schockierte Quarz (Coesit) entsteht nur bei extrem hohem Druck und Hitze.

Er kam auf die Idee, nach Kratern mit diesem Glas zu suchen und entdeckte, dass viele vermeintliche Vulkankrater von Meteoriteneinschlägen stammten.

Nun gab es den unglaublichen Zufall, dass er bei einem Besuch in Nördlingen auf ein seltsames Gestein in der Kirche aufmerksam wurde. Bisher wurde immer gedacht, der Krater dort sei vulkanischen Ursprungs.

So entdeckte ein Amerikaner durch Zufall den Ursprung des Nördlinger und Steinheimer Kraters als Meteoriteneinschläge durch den Nachweis von Suevit im Gemäuer einer Kirche.

Eine unglaubliche Geschichte – oder? Wenn du dich für Astronomie interessierst, dann hier noch zwei weitere Infos: Der Name Schoemaker kommt dir vielleicht entfernt bekannt vor und ja, er wurde durch den Kometen Shoemaker – Levy 9 weltbekannt. Dieser wurde von Shoemaker und einem Herrn Levy entdeckt und stürzte 1993 spektakulär in den Jupiter. Die Bilder davon gingen um die Welt.

Und als Hauptforscher und Geologe der Mondmissionen von Apollo 11, Apollo 12 und Apollo 13 ist er meines Wissens der einzige Mensch, dessen Asche nach seinem Tod auf den Mond geschickt wurde. Er starb 1999 und die Raumsonde Lunar Prospector gab ihm sein letztes Geleit.

Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Die Wanderung

  • 6,1 km
  • leicht
  • 1,5 h
  • Steigung 122 m
  • Abstieg 117 m
Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Nun aber zurück zur Erde und zu unserer Wandertour. Der Geologischer Lehrpfad Meteorkrater verläuft zu Beginn zusammen mit dem Meteorkrater-Rundwanderweg und Infotafeln erzählen die Geschehnisse. Leider wird die Entdeckung durch Herrn Schoemaker nicht erwähnt. Das erfährst du nur bei mir.

Die Tour beginnt am Sontheimer Wirtshäusle. Dort hat es auch Parkplätze und nach der Tour kannst du dich im Wirtshäusle stärken; das Essen ist wirklich gut. Die 6 km Wegstrecke verläuft zum Teil auf Feldwegen und auch über 1 km auf schmalen Wanderwegen. Deshalb ist diese Tour für Kinderwagen nicht geeignet und auch gehbehinderte Personen tun sich an manchen Stellen schwer.

Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Der Weg ist gut ausgeschildert. Du folgst einfach dem blauen Schild mit dem fallenden Meteoriten. Es gibt auch blaue Schilder mit einem Hirschgeweih Meteorkrater-Rundwanderweg – 20 km lang) und auch der Albschäferweg (https://viagolla.com/albschaeferweg/) führt hier vorbei. Das Symbol ist ein Schäfer auf blauen Grund. Also schau nicht nur nach blauen Schildern, sondern schau auch nach dem korrekten Symbol.

Das erste Stück führt dich auf einem Pfad bergauf zum südlichen Kraterrand. Hier hast du einen schönen Rundblick auf Sontheim und das Steinheimer Becken. Der Weg führt dich wieder bergab Richtung Osten an Wiesen und Weiden vorbei. Wenn du Glück hast, grasen hier die Kühe des Biohofs, an dem du noch vorbei kommst.

Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Über ein asphaltiertes Sträßchen gelangst du zu einem Feldweg, der sanft bergan führt. Nun wanderst du über Treppen wieder zum Kraterrand und den kleinen Knillwald. Im Schatten des Wäldchens bietet sich eine Pause an, denn hier steht auch eine Bank zum Ausruhen.

Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Nach dem Wald biegst du nun nach links ab und der Meteorkrater-Rundwanderweg verlässt hier deine Strecke. Du kommst nun wieder auf einen geteerten Feldweg und es geht hinab in das Kraterbecken. Der Weg führt nun gerade auf den Klosterberg zu. Hier kommst du an zwei Biohöfen vorbei.

Der Klosterberg ist der Überrest des Zentralberges. Durch den Aufprall des Meteoriten wurde das Gestein verdichtet und federte zurück und ein 100 m hoher Berg blieb im Kraterzentrum zurück. Du hast bestimmt schon Zeitrafferaufnahmen von einem fallenden Wassertropfen gesehen. So musst du dir das vorstellen.

Nach dem Anstieg wirst du mit einer schönen Aussicht belohnt und wenn du möchtest, kannst du in der Berghütte Kraterblick einkehren.

Der Weg führt dich nun zu einem Denkmal der Gefallenen der Weltkriege und danach wanderst du wieder auf einem Asphaltweg zu einem Sammelaufschluss. Das ist eine offene Stelle in der Landschaft, wo Grabungen von Besuchern erlaubt sind. Hier solltest du dir wirklich Zeit nehmen und ein bisschen im Boden suchen. Es gibt dort Millionen von winzigen Schneckenhäusern aus der Zeit des Tertiärs. Sie sind zum Teil nur 10 mm groß – achte also auf die kleinen Dinge, die dir die Natur zeigt. Es sind oft besondere Schätze.

Meteorkrater Steinheim - Wandertipp - Deutschland

Weiter geht es nun am Parkplatz des Friedhofs vorbei und entlang der Straße Richtung Sontheim. Hier musst du aber aufmerksam nach den Schildern schauen, denn sonst gehst du die ganze Strecke an der Straße entlang zurück. Das ist aber nicht dein Weg.

Du biegst wieder nach links ab, einem Feldweg folgend und so gelangst du zum Meteorkrater-Museum. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Es ist sehr klein und hat deshalb auch nicht immer offen. Infos zu den Öffnungszeiten findest du unter: https://www.geopark-alb.de/de/Meteorkrater-Museum. Für den Besuch solltest du mindestens 1 h einplanen. Die Sensation war, dass man erst vor kurzem einen Rest des Meteoriten im Museum entdeckt hat.

Du liest richtig im Museum! Eingeschmolzen in einem Stück Trümmergestein hat er Jahrzehnte auf seine Entdeckung gewartet. Seit 2009 gibt es zudem einen sehr interessanten Film, der im Museum zum Einschlag gezeigt wird.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz und ich hoffe du hattest eine schöne Wanderung und konntest die Besonderheit dieses Ortes spüren.

Eine Karte für die Wanderung kannst du auf folgender Seite herunterladen: https://www.heidenheimer-brenzregion.de/ich-bin/familie/wandertouren/geologischer-lehrpfad-meteorkrater/

viagollas Extratipp

Während der Wanderung kommst du an zwei Biohöfen vorbei, die beide einen Hofladen haben. Diese sind immer offen. Du nimmst einfach die Ware mit und lässt das Geld in Geldboxen zurück.

Wenn du dort einkaufen möchtest, ist ein kleiner Rucksack nicht schlecht. Dann musst du die Sachen nicht in der Hand tragen.

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