Aufhausen / Bopfingen – Wanderung am Rand des Nördlinger Ries

 Aufhausen / Bopfingen – Wanderung am Rand des Nördlinger Ries

Die Tour in der Nähe von Bopfingen führt dich von Oberriffingen vorbei an Erzgruben durch den Wald nach Aufhausen. Da die Tour durch den Bahnhof Aufhausen verläuft, kannst du somit auch dort starten. Du entdeckst die Ruine der Burg Schenkenstein, spazierst zum Spielplatz beim Steinbruch und wenn du Lust hast, kannst du einen Abstecher zum Segelflugplatz machen.

Das Nördlinger Ries – Zeuge einer kosmischen Katastrophe

Das Nördlinger Ries ist der zweite Meteorkrater ganz in der Nähe von Heidenheim. Hmm – vielleicht sollte ich umziehen und woanders wohnen? Die Katastrophe verwüstete weite Landstriche Süddeutschlands und fand vor ca. 15. Mio. Jahren statt. Bisher ging man immer davon aus, dass der Steinheimer Krater zur gleichen Zeit entstand. Im Frühjahr 2021 wurde jedoch festgestellt, dass der Steinheimer Krater eine halbe Millionen Jahre jünger ist. Ich werde meinen Beitrag über Steinheim noch ändern; bin aber noch nicht dazu gekommen.

Zurück zum Inferno bei Nördlingen. Nach dem Einschlag dort kam es zu einem Erdbeben mit der Magnitude von 8,5, dessen Ausläufer noch in St. Gallen in der Schweiz zu spüren gewesen wären – hätte es damals schon Menschen gegeben.

Eine gewaltige 20.000° C heiße Glut- und die Druckwelle ebneten die gesamte Umgebung ein und steckte noch weit entfernte Wälder in Brand. Die zum Teil kopfgroße glühenden Gesteinsbrocken verteilten sich im Umkreis von über 50 km.

Beim Gedanken an den Artikel fielen mir heute Morgen folgende Zeilen ein:

Jetzt sehe ich Feuer im Inneren des Berges und ich sehe Feuer, das die Bäume verbrennt und ich sehe Feuer … (Now I see fire – Inside the mountain. And I see fire – Burning the trees – And I see fire….)

I See Fire – Ed Sheeran

Diese Zeilen sind jedoch nicht von mir und wenn sie dir irgendwie bekannt vorkommt, verrate ich dir, dass sie aus der Filmmusik zum „Kleinen Hobbit“ stammen.

Der ursprüngliche Krater war Sekunden nach dem Aufprall 5 km tief und kollabierte jedoch, nachdem eine gewaltige Glutwolke in die Atmosphäre geschossen war und wieder in sich zusammenfiel. Der Rest des Einschlags, der heute noch zu sehen ist, hat immerhin noch einen Durchmesser von 25 km. Zum Glück haben wir an dieser Stelle kein Loch mit 5 km Tiefe. Überlege mal, da hätte der höchste Berg der Alpen – der Mont Blanc mit seinen 4.809 m locker Platz gehabt.

Aufhausen – Bopfingen - Meteorkrater – Nördlinger Ries – Schwäbische Alb – Deutschland – Wandertipp - viagolla
Trümmergestein am Kraterrand

Ich hoffe, dass ich dich jetzt nicht vor einer beschaulichen Wanderung abgeschreckt habe. Denn die Landschaft ist hier typisch für die Schwäbische Alb und kann in dieser schönen Halbtageswanderung erkundet werden. Achte aber auch auf die Besonderheiten, die du nur hier und in Steinheim zu sehen bekommst, wie z. B. das Trümmergestein, dass du oft in Aufschlüssen und Felsen entdecken kannst. Die Stoßwelle des Einschlages hat nicht nur das Gestein zertrümmert, sondern schuf auch Coesit, Stishovit und Diamant.

Wer weiß? Vielleicht gibt es hier sogar verborgene Schätze zu bergen.

Die Wandertour – Beschreibung der Wegstrecke

Startpunkt ist der Wanderparkplatz rechts, wenn du auf der Michelfelder Straße von Oberriffingen nach Aufhausen fährst. Die Wanderstrecke ist 15,2 km lang und du solltest mindestens 4 h einplanen. Für Kinderwagen und gehbehinderte Personen ist sie nicht geeignet, da sie z. T. auf unbefestigten Wanderwegen verläuft.

Vom Parkplatz folgst du dem roten Dreiblock Richtung Nonnenbühl nach Westen. Vorbei an blühenden Feldern spazierst du, bis du die Erzgrubenweihern den Wald erreichst.

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Eine der beiden Erzgruben

Bohnerz

Das Vorkommen von Bohnerz in der Region war schon lange bekannt und der Name der Waldtümpel lässt darauf schließen, dass es hier gezielt zur Eisengewinnung abgebaut wurde. Als Bohnerz werden erbsen- oder bohnenformige Klumpen aus Brauneisen bezeichnet. Es entsteht bei der Verwitterung von Kalkgestein in tropischen Klima und reichert sich in braunem Ton an. Wenn du das Wetter auf der Schwäbischen Alb kennen solltest, wirst du feststellen, dass das Erz somit vor sehr langer Zeit entstand.

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Die Holzernte findet im Winter statt – im Frühjahr entdeckst du noch Reste davon

Auf der Nonnenbühlkuppe schlenderst du weiter mit dem roten Dreiblock als Begleiter und biegst rechts ab. An der nächsten Möglichkeit hältst du dich wieder rechts und bleibst nun auf einem geschotterten Forstweg. Dieser macht eine langgezogene Linkskurve und führt dann geradeaus aus dem Wald.

Albsteig HW1

Du bleibst auf dem Weg, bis er wieder in den Wald führt, solange, bis der Wanderweg Albsteig HW1 kreuzt. Du biegst nun auf diesen Weg rechts ein. Er ist mit einem roten Dreieck gekennzeichnet. Der HW 1 ist ein Fernwanderweg, der in 25 Etappen von Donauwörth nach Tuttlingen führt. Insgesamt ist er 365 km lang.

Du wanderst nun auf diesem Fernwanderweg bis zum Bahnhof in Anhausen. Falls du mit dem Zug anreist, ist dies dein Ausgangspunkt. Achtung, der HW1 geht weiter nach Bopfingen und wenn du meiner Strecke folgst, dann überquerst du am Bahnhof die Gleise. Nun geht es in Serpentinen wieder bergauf.

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Das Frühlingslaub leuchtet neongrün

Burg Schenkenstein

Du richtest dich nach dem roten Dreiblock und dieser führt dich zum Turm der Ruine Schenkenstein. Er ist schon von weitem zu sehen. Die Burg Schenkenstein war eine hochmittelalterliche Spornburg. Als Spornburg wird sie deshalb bezeichnet, weil sie am Ende eines etwa 100 Meter langen, felsigen Sporns des Schlossberges thronte. An dieser Stelle hat der Schlossberg eine Höhe von 573 m. u. NN und war somit nicht allzu leicht einzunehmen. Von 1138 bis 1525 war sie bewohnt. Wie so viele Burgen und Schlösser der Gegend fiel sie dem Bauernkrieg zum Opfer und war danach unbewohnbar.

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Turm der Ruine Schenkenstein

Von diesem Wegstück hast du übrigens einen schönen Blick auf Bopfingen und zum Zeugenberg Ipf. Zeugenberge sind vorgelagerte Berge, die den früheren Verlauf der Albkante „bezeugen“. Nach dem Aufstieg bietet sich die Gelegenheit für ein kurzes Päuschen an.

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Genieße die Aussicht

Wenn du noch mit der Pause warten möchtest, dann gehst du weiter zum der Spiel- und Grillplatz am Steinbruch, der als nächstes folgt. Pass beim Steinbruch auf. Die Abbruchkante ist zwar gesichert, aber man weiß nie, ob der Zaun beschädigt ist.

 Turm der Ruine Schenkenstein
Das Thema des Spielplatzes ist natürlich Segelfliegen

Von hier oben kannst du die Segelflieger beobachten und in der Ferne sogar einen Blick auf eine Kartbahn erhaschen.

Nun ist der Rückweg nicht mehr schwierig. Er führt dich durch den Wald. Der rote Dreiblock ist nach dem Segelfluggelände wieder dein Wegbegleiter. Das letzte Stück zum Parkplatz verläuft über ein Forststräßchen immer geradeaus.

Du siehst: Eine hübsche Wanderung und ganz ohne Katastrophen wie Glutfontänen und Erdbeben. Der Himmel ist dir auch nicht auf den Kopf gefallen und du hast dein Auto wieder heil vorgefunden – hoffentlich.

 Turm der Ruine Schenkenstein
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