Auernheim – vom Osterbrunnen zum Wasser- und Klangpfad

 Auernheim – vom Osterbrunnen zum Wasser- und Klangpfad

Ostern ist zwar vorbei – aber nachdem ich bei meiner Wanderung in Auernheim einen schönen Osterbrunnen entdeckt habe, berichte ich noch kurz über diese Tradition, bevor es in bewährter Weise zur Beschreibung der Tour geht.

Osterbrunnen – woher kommt der Brauch

Osterbrunnen stammen ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz. Der Überlieferung nach wurde dort der erste Brunnen 1909 geschmückt. Die Hintergründe dafür sind aber ungewiss. Oft wird die Anordnung der Ostereier in Form einer Krone vorgenommen, die dann auch den Namen Osterkrone trägt.

Der Brunnen wird oft am Palmsonntag geschmückt und ist bis 2 Wochen nach Ostern zu bewundern. Vor Corona waren die Brunnen in Heiligenstadt, Bieberach oder in Schechingen wahre Touristenattraktionen. In Heiligenstadt wurden zu Spitzenzeiten 80 Reisebusse pro Tag gezählt. Tja dieses Jahr wohl eher nicht. Ich glaube, dass viele Brunnen 2021 gar nicht geschmückt waren, um den Besucherandrang zu verhindern.

Auernheim – Wasser- und Klangpfad – Deutschland – Schwäbische Alb – Deutschland - Wandertipp
Selbst der Osterbrunnen in Neresheim stand unter dem Einfluss von Corona

Ich kann dir hier ein Bild aus Neresheim von diesem Jahr zeigen. Der Brunnen wird jedes Jahr auch hier mit so viel Liebe geschmückt, dass ich an dieser Stelle einfach einmal Danke sagen möchte. Du kannst die Härtsfeldbahn auf den Eiern entdecken, das Kloster und natürlich die Dorfkirche. Schön und informativ sind auch die Bauernregeln, die auf den Eiern verewigt sind.

Auernheim – Ausgangspunkt der Tour

Auernheim ist ein Dorf im Landkreis Heidenheim und gehört zur Gemeinde Nattheim. Seine fast 600 Einwohner wohnen in einer Höhe von 550 bis 610 m Höhe ü. N. N. Somit musst du dich bei der Wanderung auf hügeliges Gelände einstellen.

Geologisch liegt das Gebiet auf der Karsthochfläche des weißen Jura der Schwäbischen Alb und die Gegend ist von den Trockentälern des Härtsfeldes durchzogen. Mehr zu dem Thema kannst du bei meiner Wanderbeschreibung über das Krätzental lesen.

Wenn ich dich jetzt genügend neugierig auf die Tour gemacht habe, dann kommen wir endlich zur eigentlichen Wanderung, zu der ich dir viel Spaß wünsche.

des Wasser- und Klangpfades
Im Frühling ist selbst der Fichtenforst farbenfroh

Tourbeschreibung

Die Route ist 9,3 km lang und du solltest 2,5 h einplanen. Für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen ist sie nicht geeignet. Gutes Schuhwerk solltest du dabeihaben und evtl. Schuhe zum Wechseln, wenn du im Anschluss nicht mit dreckigem Schuhwerk ins Auto steigen möchtest.

Startpunkt der Wanderung ist der Dorfbrunnen in Auernheim. Diesen entdeckst du, wenn du im Ort Richtung Kirche fährst. Nun suchst du dir einen Parkplatz und die Tour kann starten. Du gehst die Söldnerstraße entlang leicht bergauf und wirst durch rote Wandermarkierungen an den Laternenpfählen geleitet. Auch der Wasser- und Klangpfad ist angeschrieben. Das Symbol dafür ist ein grüner Mann mit einem Eimer. Am ersten Abzweig rechts biegst du in die Bergstraße ab. Nun geht es deutlich bergauf, wie der Straßenname schon vermuten lässt.

des Wasser- und Klangpfades

Am Ende des Fußwegs biegst du rechts ab und gelangst auf einen Wanderweg. Für diesen Teil musst du gute Schuhe dabeihaben, denn der Weg war bei meiner Wanderung total matschig und von Pferdehufen völlig zertrampelt. Wunderschöne weiße und blaue Buschwindröschen begleiten den steilen Aufstieg an dieser Stelle. Oben angelangt, wendest du dich nach links und erreichst einen geschotterten Waldweg.

Auernheim – Wasser- und Klangpfad – Deutschland – Schwäbische Alb – Deutschland - Wandertipp
Links ist Station 11 des Wasser- und Klangpfades – doch dein Weg ist der Rechte

An der nächsten Kreuzung markieren große Steine die Station 11 des Wasser- und Klangpfades. Dein Weg führt aber nicht diesen Pfad entlang, sondern du nimmst den rechten Waldweg für die Wanderung. Im Augenblick sind hier Langlaufloipen angeschrieben. Ob das aber im Sommer auch der Fall ist, kann ich schlecht beurteilen. Du läufst aber in jedem Fall Richtung Nattheim.

Nach einem kurzen Stück im Wald kannst du das „Baumtelefon“ ausprobieren. Dies ist Station 12 des Wasser- und Klangpfades. Stationen 13 und 14 sind gleich dahinter. 14 markiert auch zugleich das Ende des Themenweges. Dort findest du auch eine Karte zu dieser Route mit den eingezeichneten Stationen.

des Wasser- und Klangpfades
Eine Hülbe ist der typische Waldtümpel auf der Schwäbischen Alb

Rechts im Wald versteckt sich eine kleine Hülbe – eine Wasserstelle im Wald. Wenn du dich still verhältst, kannst du hier Vögel beim Trinken beobachten und wenn du genau hinschaust, entdeckst du sogar Frösche und Froschlaich. Natürlich musst du dazu im Frühjahr hier vorbeischauen.

Dein Weg führt dich geradeaus weiter und nun wanderst du auf einer geteerten Straße. Gib hier bitte gib auf Autos acht. Die Straße führt bergab und macht nach einer kurzen Strecke eine Linkskurve dieser folgst du und wanderst weiter bergab. Wenn die Straße eine Haarnadelkurve macht, nimmst du den geschotterten Waldweg, der links abzweigt.

Der Hang auf der linken Seite ist gerade frisch aufgeforstet und ebenfalls links wartet ein Naturdenkmal auf Entdeckung. Das Schild ist an einem Baum, doch ich denke, dass es sich auf die kleine Hülbe daneben mit einem Überlauf bezieht.

Rechts hast du einen wunderschönen Blick auf die Heidelandschaft, die so typisch für die Schwäbische Alb ist.

Am Ende des Waldweges führt ein Wanderweg leicht bergauf. Du befindest dich nun auf dem Albschäferweg. Wenn du mehr über diesen Wanderweg erfahren möchtest, dann schau dir meinen Beitrag über ihn an. Das Symbol des Schäfers und die rote Raute begleiten dich nun den Hang hinauf.

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Die Markierungen des Grenzsteins sind fast nicht mehr zu erkennen – schade

Wenn du aufmerksam bist, dann entdeckst du am linken Wegrand einen wunderschönen alten Grenzstein. Der Weg ist von hier, ist nicht schwer zu finden, denn er geht immer geradeaus. Auch die nächste Kreuzung überquerst du einfach deiner Nase nach und den Markierungen Albschäferweg und rote Raute folgend. Es geht dann wieder leicht bergab auf einem Waldweg, der wieder von Pferden genutzt wird. Du kannst deutlich die Hufspuren sehen und es kann dreckig sein.

Dieser Waldweg endet auf einem geschotterten Weg – direkt an Station 9 des Wasser- und Klangpfades. Es handelt sich um die Überreste der Auernheimer Burg, die hier wohl von 1258 bis 1525 stand. Vermutlich ist sie dem Bauernkrieg zum Opfer gefallen.

des Wasser- und Klangpfades
Blick auf Auernheim und Pfarrkirche St. Georg

Achte auch auf die schöne Aussicht auf die Kirche und den Ort Auernheim. Hier biegst du rechts ab. Nun folgt nach einem kurzen Stück ein Parkplatz, der auch den der Beginn eines Waldsportpfades markiert – für den Fall, das zu noch einmal zum Sporteln herkommen möchtest. Er ist 2,7 km lang und wurde schon 1974 angelegt und 1996 erneuert.

Dort kannst du links abbiegen und wieder Richtung Auto laufen, falls du es am Brunnen geparkt hast. Mein Weg führt aber noch an der Pfarrkirche St. Georg vorbei. Von der Kirchenmauer hast du nämlich einen wunderschönen Blick auf das Kloster Neresheim in der Ferne. Vergiss nicht, dir auch die Kirchenmauer genauer anzuschauen, denn da hat es noch alte Grabsteine zu entdecken.

Nach der Besichtigung der Kirche geht die restliche Strecke die Straße bergab entlang. Es hat wieder rote Markierungen an den Laternenposten. Auch der Wasser- und Klangpfad begleitet dich weiterhin mit Station 6, an der ein Spielplatz anschließt.

Danach biegst du in die Bauernstraße rechts ein. Die Johann-Reiter-Straße zweigt links ab und führt dich zurück zum Brunnen bzw. dem Dorfplatz.

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Kloster Neresheim

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