Großkuchen – Krätzental – Trockentäler – Beschreibung einer Frühlingswanderung durch eine typische Alblandschaft

 Großkuchen – Krätzental – Trockentäler – Beschreibung einer Frühlingswanderung durch eine typische Alblandschaft

Erlebe die Besonderheit der Trockentäler der Schwäbischen Alb rund um Großkuchen.

Wissenswertes über Großkuchen

Großkuchen ist seit 1974 ein Stadtteil von Heidenheim. Die erste schriftliche Erwähnung gab es Mitte des 8. Jahrhunderts. Im Hochmittelalter ging Großkuchen an die Klöster Ellwangen und Lorch. Das findest du z. B. noch auf dem Grenzstein, welchen du während meiner Wanderung bestaunen kannst.

Sehenswert im Ort ist die aus dem Jahr 1736 stammende katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul. Sie ist im Stil des Spätbarocks erbaut und die Kanzel zeigt sich im Glanz des Rokoko. Schau dir auch die Fresken an, falls du die Gelegenheit hast.

Großkuchen liegt zudem auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb, die als Härtsfeld bekannt ist. Es handelt sich dabei um eine karge, gering besiedelte Jurahochfläche. Mit Jura wird nicht auf Anwälte angespielt, sondern es handelt sich um die zeitliche Zuordnung des hiesigen Kalksteins, der aus der Zeit des Jura stammt. Jurasicpark auf Schwäbisch sozusagen.

Was sind Trockentäler?

Einige Trockentäler durchziehen dieses Gebiet, welches sich dadurch hervorragend zum Wandern und Radfahren eignet. Von einem Trockental spricht man, wenn ein durch Wasser geschaffenes Tal nur noch temporär oder gar nicht mehr über Fließgewässer verfügt. Das Karstgebiet der Schwäbischen Alb ist prädestiniert für diese Art der Entwässerung und so findest du hier viele dieser Täler auf der Albhochfläche. Ein schönes bekanntes Karst-Trockental ist z. B. das Hungerbrunnental, welches ich im Januar beschrieben hatte.

Großkuchen - Krätzental - Trockentäler– Schwäbische Alb - Wandertipp - Baden-Württemberg - Deutschland

Details der Wanderung

Startpunkt: Du beginnst die Wanderung auf dem Parkplatz an der Elchinger Straße in Großkuchen. Vor dem Beginn deiner Wanderung solltest du ein Blick auf die Infotafeln der Wandertouren der Gegend werfen, die am Parkplatz angebracht sind. Der Weg führt dich dann danach erst einmal die Straße entlang bergauf, bis du denn Waldrand erreichst. Hier biegst du rechts ab.

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Blick auf Großkuchen vom Waldrand aus

Bevor du auf dem Schotterweg den Waldrand entlang wanderst, solltest du aber den Blick auf Großkuchen genießen. Mehre Sitzgelegenheiten am Waldrand laden dazu ein, hier schon ein kurzes Päuschen zu machen.

Der Schotterweg geht nach einiger Zeit in einen Rasenweg über. Auch dieser führt weiterhin am Waldrand entlang. Diesem folgst du ein ganzes Stück, bis du auf einen Fichtenwald triffst. Der Weg endet dort und du gelangst links auf einen Waldweg, welcher mit dem Roten Dreiblock gekennzeichnet ist. Dieser führt dich bis zu einer kleinen Straße im Wald. Diese solltest du nach etwas weniger als einer Stunde erreichen. Dort biegst du scharf links ab. Der Waldweg ist mit der gelben Muschel als Jakobsweg gekennzeichnet.

Am ersten Abzweig rechts, den du erreichst, gehst du vorbei. Der zweite Abzweig rechts ist Teil einer richtigen Kreuzung mit 4 Waldwegen. Hier biegst du ab und läufst nun leicht bergab. Nach einem kurzen Stück verlässt du den Wald und betrittst ein kleines Tal. Du hältst dich links und spazierst auf einem breiten Weg das Tal entlang.

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Grenzsteine findet man heute nur noch selten so gut erhalten

Ein kleines Highlight findest du in der nun folgenden Wacholderheide ein kurzes Stück später. Rechts etwa 10 Meter oberhalb des Weges wartet ein alter Grenzstein auf Entdeckung. Er ist nicht angeschrieben und so musst du den Hang über dir aufmerksam absuchen. Nimm dir Zeit, ihn von allen Seiten zu betrachten, denn hier sind die Besitzer der angrenzenden Flurstücke gekennzeichnet. Die Südseite mit ihrem Bischofsstab verweist auf ein Flurstück eines Klosters.

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Gefahr: Unter der Doline befindet sich ein Hohlraum !!!

Ein kurzes Stück später kommt rechts eine Senke. Dabei handelt es sich um eine Doline. Der Kalkstein ist hier eine vorhandene Höhle gebrochen und wenn Wasser das Tal entlang fließt, sammelt es sich hier und versichert spektakulär. Ich habe dort schon Wanderer getroffen, die von einem richtigen wild schäumenden Strudel gesprochen haben. Bitte sei hier vorsichtig, denn die Doline kann weiter einbrechen und ich weiß nicht wie stabil das Ganze noch ist.

Nun überquerst du eine schmale geteerte Waldstraße und läuft geradeaus weiter. Das machst du auch, wenn du an der nächsten Abzweigung vorbeikommst. Es handelt sich um 3 Wege und du nimmst den linken.

Krätzental

Das nächste Tal ist schon das Krätzental. Wenn du nach links gehst, läufst du bereits Richtung Auto. Das kannst du machen, wenn du nicht die lange Tour laufen möchtest. Ich biege hier jedoch rechts ab. Der Weg führt auf der linken Talseite leicht bergauf. Im Wald blühen vereinzelte Märzenbecher, wenn du zur richtigen Zeit vorbeikommst.

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Märzenbecher in voller Blüte

Wenn das Tal eine Biegung nach rechts macht, findest du am Knick eine Felsformation, welche „Hohler Stein“ genannt wird. Dort verlässt du das Tal, indem du den linken Waldweg nimmst. Die nächste Kreuzung ist nicht weit und du bleibts auf dem Schotterweg, der wieder links abzweigt.

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Fels „Hohler Stein“ im Krätzental

Am nächsten Abzweig wollte ich eigentlich rechts abbiegen. Aber es geht nicht immer alles glatt und der Weg war wegen Waldarbeiten gesperrt und das am Sonntag. Gut – es steht Lebensgefahr auf einem Schild und für eine Wanderung möchte ich nichts riskieren. Deshalb gehe ich hier links und entdecke kurz darauf einen fahrenden Bagger im Wald. Es wird also doch manchmal sonntags gearbeitet.

Bei der nächsten Gelegenheit biegst du wieder links ab. Du wanderst nun auf einem Waldweg leicht bergab und erreicht wieder das Krätzental.

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Krätzental

Hier betrittst du wieder den Weg von vorhin und eine hübsche Bank lädt zur Pause ein. Danach führt das Tal leicht bergab Richtung Großkuchen. Es weitet sich langsam und am Schluss gelangst du auf die Felder vor dem Ort.

Am Ende des Tals steigst du einen Damm bis zur Straße hinauf. Wasserstandsmesspegellatten zeigen dir, wie hoch hier das Wasser steigen kann. In den 70ern wurden viele Trockentäler der Gegend mit Dämmen eingefasst, um Städte und Dörfer vor dem Schmelzwasser im Frühling und Starkregenereignissen zu schützen.

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Messpegel für Hochwasserereignisse

Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zum Auto und du hast eine gemütliche Wanderung ohne große Höhenunterschiede hinter dir.

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