Lautertal – die mystische Wanderung der Schwäbischen Alb

 Lautertal – die mystische Wanderung der Schwäbischen Alb

Heute geht es mit mir nach Herrlingen bei Blaustein ins schöne Lautertal und zum Lauterursprung. Ich habe hier eine magische Wanderung im Lautertal zum Neujahrsbeginn unternommen, als sich Nebel noch in Senken langweilte und mir die Sonne des ersten Tages des Jahres 2022 zuzwinkerte und Wärme schenkte.

In diesem Beitrag erfährst du wie immer Wissenswertes zur Umgebung und dann bekommst du natürlich wieder die Beschreibung der kompletten Tour. Ich wünsche dir ein erfolgreiches und gutes Jahr 2022. Auf dass deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen.

Eckdaten der Wanderung:

  • Strecke: 15,8 km
  • Dauer: ca. 4 h
  • Aufstieg: 325 m
  • Abstieg: 335 m
  • Schwierigkeit: mittel
  • Für Kinderwagen und gehbehinderte Personen geeignet? NEIN

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Das Lautertal ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Alb-Donau-Kreis

Das erwartet dich in diesem Beitrag über das Lautertal:


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Lautern – Was du darüber wissen solltest

Lautern ist ein Ortsteil von Blaustein, wobei Ort schon sehr optimistisch klingt. Eigentlich ist es nur ein Mini-Weiler, der aus ehemaligen Mühlen im Lautertal entstand.

Erstmals erwähnt wurde Lautern im Jahr 1225 und ich war wirklich überrascht, das es dort sogar eine Kirche gibt. Es handelt sich um eine evangelische Kirche mit dem hübschen Namen „Unserer Lieben Frau“. Jahrhundertelang war die Kirche neben den Mühlen und dem Gasthaus das einzige Gebäude im Tal.

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Die evangelische Kirche in Lautern hat den hübschen Namen „Unserer Lieben Frau“

Das Lautertal – Naturschutzgebiet seit 1995

Doch der Ort Lautern ist wirklich nicht das Interessante hier. Nein es ist das Naturschutzgebiet Kleines Lautertal, weshalb ich auch die Wanderung unternommen habe.

Das Flüsschen Lauter schlängelt sich 5 km bis zum Flüsschen Blau und fließt dabei durch das faszinierende Lautertal. Dieser Bach wird zur Abgrenzung zur „Großen Lauter“ auch „Kleine Lauter“ genannt. Die Große Lauter ist übrigens 42 km lang und mündet in die Donau.

Das Lautertal ist ein solch außergewöhnlicher Lebensraum für bedrohte Arten, dass es 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Mit seinen 280 Hektar ist es zudem das zweitgrößte im Alb-Donau-Kreis.

Beiträge mit Karstquellen

Teil dieser Wanderung ist auch die Karstquelle der Lauter. Weitere Beiträge zu Kastquellen auf der Schwäbischen Alb von mir sind die Winterwanderung „Königsbronn – Brenzursprung – Itzelberger See – Albwanderung am Rand des Brenztals“ und „Blautopf – Ruine Rusenschloss und Segelflieger“ weshalb ich hier nicht weiter auf die Geologie eingehe. Das habe ich dort schon ausführlich beschrieben.

Wanderbeschreibung – so findest du den Weg

Unser Stadtpunkt ist Herrlingen, ein Ortsteil von Blaustein. Du kannst am Bahnhof starten und mit dem Zug anreisen. Ich war jedoch mit meinem Auto dort. Wenn du Richtung Lautern in Herrlingen vor dem Bahnhof abbiegst, ist kurz darauf ein Parkplatz auf der linken Seite angeschrieben.

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Die katholische Andreaskirche in Herrlingen ist nicht zu übersehen

Vom Parkplatz gehst du nun erst einmal Richtung Kirche, die mit ihrem eigentümlichen rosa Anstrich nicht zu übersehen ist. Es handelt sich um die katholische Andreaskirche.

Hier stieß ich dann auch gleich auf die erste Überraschung des Jahres. Auf dem Friedhof davor findest du das Grab von Erwin Rommel.

Erwin Rommel – Kommandeur des Deutschen Afrikakorps

Dir sagt der Name nichts? Nicht schlimm, ich erzähle dir kurz von ihm: Er wurde am 15. November 1891 in Heidenheim an der Brenz geboren und ist somit ein Kind meiner Heimatstadt. Dort findet du übrigens auch ein Denkmal von ihm.

Das ist jedoch nicht unumstritten, aber urteile am besten selbst. Im Ersten Weltkrieg zeichnete er sich durch besondere Tapferkeit aus und kämpfte dann natürlich auch in der Reichswehr unter Hitler. Nachdem er sich als Kommandeur der 7. Panzerdivision in Frankreich behauptet hatte, wurde er Oberbefehlshaber des Deutschen Afrikakorps und der Panzerarmee in Nordafrika. Das brachte ihm sogar den Respekt seiner Feinde im Ausland ein.

Erwin Rommel beteiligte sich am Attentat gegen Hitler 1944

Er wandelte sich zu Hitlers Gegner und seine Beteiligung am Attentat am 20. Juli 1944 wurde ihm zum Verhängnis. Sein Leben musste der Generalfeldmarschall selbst beenden, denn er wurde von Hitler zum Suizid gezwungen.

Meinen Respekt hat Erwin Rommel in jedem Fall, denn er war ein mutiger Mann, der starke Überzeugungen hatte und dafür sterben musste.

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Erwin Rommel befehligte das Deutsche Afrikakorps und die 7. Panzerdivision in Nordafrika im Zweiten Weltkrieg

Nachdem du das Grab besucht hast, kannst du dir noch die Kirche anschauen und dann die Treppe rechts zur Straße nehmen.

Zurück an der Bergstraße wendest du dich nach links und folgst dem Wandersymbol der Roten Raute.

Shit happens und das gleich am 1. Tag des Jahres

Tja und dann gab es die zweite Überraschung des Jahres. Ich diktiere immer die wichtigsten Infos aufs Handy, dass mir an diesem Morgen mit kalten Fingern aus der Hand gerutscht ist. Nun ist das Display gesprungen. Was für ein Start ins Jahr – seufz….

Nun gut – was lerne ich daraus? Immer Obacht geben – also bitte alles in Zukunft mit Sorgfalt erledigen.

Weiter geht es mit der Wanderung Richtung Weidach

Du überquerst nun bitte vorsichtig die Straße und dann kommt auch schon der erste Anstieg über eine Treppe Richtung Weidach.

Durch ein Drehkreuz gelangst du auf eine Weide und wanderst weiter nach oben Richtung Steinbruch. Ein Aussichtspunkt belohnt deine Mühe mit Bänken an verschiedenen Stellen. Bei mir lag das Blautal noch im Nebel und von oben lachte die Sonne – wunderschön.

Weiter geht es immer der Roten Raute und dem Gelben Kreis folgend bergauf.

Am Ende der Weide entlässt dich wieder ein Drehgitter auf einen Feldweg. Achte hier auf den tollen Blick auf Herrlingen links. Von hier siehst du auch schon das Lautertal, welches dein Rückweg sein wird. Außer du verfranzt dich, was ich ja nicht hoffe.

Vorbei am Steinbruch

Folge der Roten Raute / Gelben Kreis. Hmm – das klingt fast wie aus der Zauberer von Oz. Aber es wartet keine Hexe auf dich – versprochen.

Der Forstweg verläuft im Wald und an Abzweigen und Kreuzungen ist alles sehr gut ausgeschildert..

Hier verlässt du nun den Wald

Jetzt verlässt der Weg den Wald, denn dort geht der Wanderweg nach Weidach rechts weg. Auch hier führt dich die Rote Raute / Gelbe Kreis.

Nach den Feldern biegt deine Route wieder in den Wald ein. Nun folgst du einem Pfad durch einen offenen Laubwald. Dieser Pfad stößt anschließend auf einen geschotterten Forstweg. Du läufst nach rechts weiter.

Der Schotterweg führt in den Wald und an der nächsten Möglichkeit wendest du dich nach links. Die Wanderung verläuft nun vom Wald zurück ins Freie. Du erkennst an der Roten Raute und am Gelben Kreis das du richtig bist.

Bevor du jedoch komplett nach Weidach gelangst, biegst du ins Mittlere Kiesental ab. Das ist angeschrieben und du folgst weiter der Roten Raute , die hier jedoch alles zu markieren scheint.

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Blick in Kiesental – gesäumt von mächtigen Felsformationen und Wald

Kiesental – auch eine Wanderung wert

Das romantische Kiesental ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, weshalb hier teilweise recht viel los sein kann. Bedenke immer, dass Ulm nicht weit entfernt liegt. Bei mir war es jedoch einsam und verweist. Es fühlte sich fast so an, als halte es kurz inne und wartete auf die ersten Besucher im neuen Jahr.

Hier findest du die für die Schwäbische Alb charakteristischen Wacholderheiden neben spektakulären Felsformationen und alles in einem engen Trockental vereint.

Der Weg dorthin hat es aber in sich, denn es geht steil bergab und ich war froh, dass ich meine Wanderstöcke mit dabei habe. Es war nämlich sehr rutschig vom Regen letzte Woche und das Laub war wie Schmierseife.

Nach dieser etwas abenteuerlichen Matsch- und Rutschpartie wartet das Kiesental mit all seiner Schönheit auf dich. Du triffst auf einen Feldweg und biegst links ab.

Im Kiesental geht es links weiter und der Rote Dreiblock begleitet deinen Weg

Ganz erstaunlicher Weise ändert sich auch noch das Wandersymbol in den Roten Dreiblock. Für eine Pause bietet sich eine schöne überdachte Hütte an, die sogar für mich ein trockenes Plätzchen bot. Sie kommt nach einem kurzen Stück nach der nächsten Kurve.

Am Ende des Tals stößt du auf die Straße nach Mähringen. Dort biegst du links ab und wanderst ein Stück auf der Straße entlang. Du schlenderst am Schützenhaus vorbei und folgst weiter dem Roten Dreiblock.

Die Straße macht nun eine Linkskurve, doch du spaziert einfach geradeaus weiter in das nächste Tal. Der Forstweg ist weiter durch den Roten Dreiblock gekennzeichnet.

Am Talende ist dann auch schon der Lauterursprung angeschrieben. Von hier sind es noch 3,4 km. Du folgst dem Schild und biegst links ab.

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Die Schutzhütte „Blumenhau“ liegt nicht auf dem Weg – du biegst davor links ab.

Am Waldende kannst die du nächste Schutzhütte „Blumenhau“ sehen. Wenn du möchtest, kannst du dort Pause machen. Wenn nicht, dann biegst du auf die Wiesenspur ungefähr 100 m vor der Hütte links ab.

Nun erreichst du die Ulmer-Alb-Straße, die du bitte vorsichtig überquerst. Dort musst sehr aufmerksam nach dem nächsten Wanderweg schauen, denn ich bin prompt daran vorbei gelaufen. Du folgst dem Feldweg, der parallel zur Straße verläuft nach rechts und biegst nach nur 50 m links auf einen Trampelpfad ein.

Du stößt dann kurz darauf auf eine umzäunte Weide. Hier wendest du dich nach rechts und folgst dem Zaun entlang Richtung Wald. Dort betrittst du nun das Naturschutzgebiet „Kleines Lautertal“.

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Die Stufen zum Lautertal – nicht die einzige anspruchsvolle Stelle der Wanderung

Naturschutzgebiet „Kleines Lautertal“

Der Wanderweg ist wieder nass und rutschig. Sei bitte vorsichtig, denn es ist ganz schön steil. Das letzte Wegstück besteht aus rutschigen Treppen, die dich krumm und wackelig zum Lauterursprung führen.

Diesen findest du auf der rechten Seite versteckt hinter den Mühlhäusern. Die Quelle ist wie bei vielen Quellen auf der Schwäbischen Alb gefasst und von Felswänden gesäumt. Der Quelltopf ist jedoch nicht so tief wie der Brenzursprung oder Blautopf, weshalb ihm die blaue Farbe fehlt.

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Der Lauterurspung versteckt sich hinter den Mühlen in Lautern

Lauterursprung – der Beginn des Lautertals

Dein Weg ist nun derselbe wie der des Wasser. Du begleitest die Lauter einfach auf ihrem Weg zur Blau.

Nun wanderst aber erst mal auf der Straße.

Nach einem Parkplatz mit einer interessanten Infotafel zum Lautertal geht eine kleine Straße rechts weg. Hier ist das Gasthaus „Zum Wilden Wirt“ angeschrieben. Dieser Straße folgst du und überquerst die Lauter.

Vorbei am Gasthaus „Zur Krone“ geht es auf der rechten Talseite durch das Lautertal.

Zum Glück habe ich den Film „The Fog“ nie gesehen. Denn das Lautertal ist so eng, dass hier die Wintersonne schon hinter den Wäldern verschwand. So sammelte sich hier bereits Bodennebel und kroch gierig auf meinen Wanderweg. Ganz schön kalt und gruselig. In dem Buch, das ich gerade lese, geht es ebenfalls um Geister – aber zum Glück in einem Geisterhaus. Also alles im grünen Bereich.

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Das Lautertal liegt schnell im Schatten und Nebel verzaubert das Tal

Herrlingen – das Ende des Lautertals

So erreichst du die ersten Häuser von Herrlingen, wenn dich der Nebel passieren lässt. In Herrlingen ist der Wanderweg einfach zu finden. Du läufst immer geradeaus weiter und dann kannst du auch schon den schönen rosa Kirchturm vom Beginn der Wandertour sehen.

Du musst nicht einmal die Straße wechseln, denn sie macht einen Bogen und umrundet die Kirche. Perfekt. Du bist nun wieder bei deinem Auto oder spazierst noch fix bis zum Bahnhof. Der ist auch nicht mehr weit.

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Neujahrstag 2022 – traumhaft oder?

Fazit:

Eine außergewöhnliche Wanderung, die dir alle besonderen Landschaften der Schwäbischen Alb in nur 4 h zeigt: Karstquellen, Trockentäler, Steinbrüche, Wacholderheiden, senkrechte Felswände und ein bissen Magie. Und wenn du dich für Geschichte interessierst, findest du hier das Grab eines besonderen Menschen, der nicht nur den Respekt im eigenen Land gewann, sondern auch den seiner Feinde.


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