Koh Rong – einsame Sandstände, leckere Küche und leuchtendes Plankton

 Koh Rong – einsame Sandstände, leckere Küche und leuchtendes Plankton

Kambodscha hat wunderschöne Strände und Inseln im Süden des Landes. Ausgangspunkt ist hier die Stadt Sihanoukville. Benannt nach dem König Sihanououk. Das ist allerdings das schönste an diesem Ort. Am Besten fährt man hier nur durch und bucht sofort eine Fähre zu den Inseln Koh Rong / Koh Rong Samloem. Die Tuk-Tuk-Fahrer oder Hotels helfen beim Buchen.

Ich habe mich für Koh Rong entschieden. Mit 70 km² ist sie die größte Insel vor der Küste und weist 20 weiße Sandstrände auf.

In Koh Tui Beach legt die Fähre nach 1 h Fahrzeit an. Der Ort ist klein und besteht eigentlich nur aus einer Straße, dem Strand, Restaurants und Unterkünften. Die meisten befinden sich über den Restaurants und es ist abends sehr laut. An weiteren Stränden gibt es auch noch Hotels und sogar einen Zeltplatz. Dazu kann ich allerdings nicht viel sagen. Nur so viel, dass der Weg zum Zeltplatz über eine berüchtigte Brücke ging, ich hatte selber großen Respekt beim Überqueren. Sie bestand nur aus losen Brettern. Du fällst nur ins Meer, was aber doof ist, wenn du dein Handy und Fotoapparat dabei hast.

Deshalb habe ich mir gleich eine Unterkunft außerhalb des Ortes ausgesucht. Ich habe die Hanglage zwar unterschätzt, aber so habe ich mitten im Dschungel gewohnt, wo einen Affen wecken und Geckos mit im Zimmer wohnen.

Auf der Insel kannst du Schnorcheltrips buchen, es gibt eine Tauchschule, abends kannst du Party machen und am Strand das BBQ genießen oder du genießt das Nichtstun und das Inselleben.

Schnorcheltipps

Nicht ganz einmalig, aber schon etwas Besonderes sind die Touren zum leuchtenden Plankton. Wenn du es noch nie gesehen hast, empfehle ich dir in jedem Fall eine solche Tour, auch wenn es nicht so ausschaut wie auf den geschönten Fotos der Tourenanbieter. Und bitte überwinde deine Angst, im Dunkeln zu schwimmen. Es gibt keine blutrünstigen Megahaie, die nur auf dich warten. Haie sind sowieso sehr schöne Tiere. Aber die Geschichte erzähle ich ein anderes mal. Ich war schon mit ihnen tauchen.

Du musst das Wasser bewegen, denn nur dann leuchtet das Plankton. Sehr besonders ist es mit Schnorchelbrille: Du schaust nach unten in die Schwärze und um dich leuchten kleine Planktonpartikel wie Feenstaub. Bewegst du die Arme, kannst du die Verwirbelung sehen. Es ist so, als schwebst du im Weltraum und mit einer Armbewegung verwirbelst du die Sterne. Ein sehr erhabenes Gefühl.

Ich bin eine Wasserratte und möchte alles erkunden, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Deshalb sage ich noch kurz etwas zu weiteren Schnorchelmöglichkeiten. An den meisten Stränden findest du Sand und nur wenige Korallen und deren Bewohner. Du kannst einen Bootstrip zu einem Riff buchen oder etwas weiter hinaus schwimmen. Die Riffe sind ebenfalls nicht besonders tief. Du musst nur etwas Geduld beim Suchen haben.

Zudem kannst du in den Mangroven schnorcheln. Die Mangrovenbäume stehen im Süßwasser und du findest hier hunderte von Einsiedlerkrebsen. Bemerkenswert finde ich, dass die Mangroven auch aktiv angepflanzt werden. Sie bieten den besten Schutz vor Erosion und Tsunamis. Sie sind oft die Kinderstube von Fischen, aber als ich so weit vorgedrungen war, dass ich bei den Stelzenwurzeln ankam, hat sich das Süßwasser mit dem Salzwasser vermischt. Du kannst dann nicht mehr klar sehen. Stelle es dir so vor, als ob du eine Weinschorle machst. Alles voller Schlieren. Versuche es trotzdem. Es ist nicht so oft ohne Gefahr möglich.

Wichtige Tipps zum Inselleben

viagollas Extratipp

Es gibt kein Paradies ohne Haken. Leider. Zwischen 17 und 18 Uhr geht die Sonne unter und die Moskitos sind in dieser Stunde besonders blutgeil, glaub mir. Die stechen durch alles hindurch und besonders schlimm ist es, zu der Zeit zu duschen. Am Besten ist es, während dieser Stunde unter dem Moskitonetz zu liegen oder bereits geduscht zu haben und schön dick Insektenschutz aufgesprüht zu haben.

Und je weißer, unberührter und idyllischer der Sandstrand ist, je mehr Sandflöhe hat es. Wenn du dich also gemütlich in den Sand kuschelst, erlebst du nach 6 bis 8 h eine üble Überraschung. Die Stiche sind kleiner als Moskitostiche, jucken dafür aber schlimmer. Und das sehr sehr lange. Leider habe ich das erst am letzten Tag mitbekommen. Also Insektenschutzmittel auch an den Stand mitnehmen.

Sonnenschutz ist klar – oder?

Sonnenbrille nicht vergessen. Der Strand ist echt übel weiß.

Und es ist eine Insel; spare also bitte Wasser beim Duschen. Ich hatte die Chance Müll zu vermeiden, indem bei meiner Unterkunft meine Wasserflasche mit Trinkwasser aufgefüllt wurde. Kostete das Gleiche wie neue Flaschen zu kaufen, macht aber wirklich einen Unterschied. Frag einfach, ob es bei deiner Unterkunft auch möglich ist, denn überall findest du die Plastikhinterlassenschaft der Menschheit.

Ich habe versucht immer ein Vorbild zu sein: Ging mit Stofftasche einkaufen und nahm meinen Müll immer mit. Ich habe sogar jeden Tag Müll vom Strand eingesammelt und in Mülltonnen entsorgt. Das ist zwar nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber ich denke, wenn das jeder machen würde, würde die Natur in Kambodscha anders aussehen.

Und denk immer daran:

Das Einzige was du mitnimmst sind deine Fotos und das Einzige was du zurück lässt, sind deine Fußspuren im Sand.

Bitte – es wollen noch mehr diese Schönheit genießen. Also auch keine Muscheln mitnehmen. Die Tierwelt vor Ort wird es dir danken – vor allem die Einsiedlerkrebse. Die haben kein Haus und sind auf leere Muscheln angewiesen.

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