Kocherursprung – Volkmarsberg und die Europäische Wasserscheide

 Kocherursprung – Volkmarsberg und die Europäische Wasserscheide

Kocher und Brenz sind zwei Flusssysteme, die ihre Quellen ganz nah beieinander haben. Die eine liegt in Königsbronn und die andere in Unterkochen. Beide Städte liegen an der B19 und sind Nachbarn. Auf der Bundesstraße zwischen beiden befindet sich ein Schild: Europäische Wasserscheide.

Weißt du was das bedeutet?

Fällt ein Tropfen südlich davon auf die Straße, fließt er Richtung Brenz und von da in die Donau und dann ins Schwarze Meer. Landet der Tropfen nur ein kleines Stückchen weiter im Norden, fließt er Richtung Kocher. Der fließt wiederum in den Neckar, der seinerseits im Rhein mündet. Das Wasser des Rheins landet in der Nordsee. Das ist schon erstaunlich? In ganz Europa gibt es diesen Knick in der Oberfläche und so kannst du mit dem Auto ein paar Minuten entfernte Quellen besuchen, deren Wasser in unterschiedliche Himmelsrichtungen fließt.

Heute beschreibe ich eine vierstündige Wanderung vom Kocherursprung auf die Albhochfläche. Parken kannst du am Kocherursprung oder am Bahnhof in Oberkochen. Du kannst also auch mit dem Zug anreisen.

Am Bahnhof gehst du Richtung der Kirchen, die du in der Ortsmitte siehst. Der Weg ist auch als Jakobsweg gekennzeichnet. Du kannst dich also auch nach dem offiziellen Jakobswegssymbol – gelbe Muschel auf blauem Grund – richten. In der Dreißentalstraße biegst du Richtung Volkmarsberg ab. Das ist der anstrengendste Teil der Wanderung, denn nun geht es ca. 250 m Höhenmeter auf einem Zickzackweg nach oben durch den Wald. Ich finde es am Besten, Steigungen an den Anfang der Tour zu legen, denn da bist du noch frisch.

Der Wald mündet in einer schönen Wacholderheide und wenn du Glück hast, blühen hier kleine heimische Orchideen. Ein etwas unpassender weißer Aussichtsturm deutet dir dann den restlichen Weg zum Gipfel. Hier befindet sich auch ein Restaurant des Schwäbischen Albvereins. Es hat auch mehre Bänke und eine Grillgelegenheit. Der perfekte Punkt für eine Pause also.

Mit dem roten Dreieck markiert, führt nun eine asphaltierte Straße Richtung Tauchenweiler wieder bergab. Kurz vor dem Wald biegt diese im rechten Winkel rechts ab und führt wieder in den Wald. Einer Forststraße folgst du nun fast immer geradeaus Richtung Tauchenweiler. Nach ca. 1 h kommt ein Abzweig Richtung Hagental. Von hier sind es noch ca. 700 m bis Tauchenweiler. Dort befindet sich eine beliebte Ausflugsgaststädte. Wenn du nicht einkehren möchtest, kannst du hier abbiegen.

Das Hagental führt sanft aber stetig bergab. Und so gelangst du auf einem Forstweg wieder Richtung Bundesstraße. Wenn sich der Wald den Feldern öffnet kannst du das neue Werk der Firma Zeiss erblicken.

Auf einem offenen Feldweg wanderst du weiter bis der Wald im rechten Winkel nach Norden abknickt. Hier gelangst du wieder in den Wald Richtung Kocherursprung. Wenn du auf dem Feldweg bleibst, gelangst du zur Bundesstraße. Das ist jedoch ein Umweg, weil du dann auf dem Parkplatz zum Kocherursprung landest.

Es geht nochmal sehr sanft bergan, denn der Weg führt dich oberhalb der Quelle nach Oberkochen. Wenn du die Quelle unter dir erblickst, kannst du rechts oder links herum nach unten laufen. Links ist es steiler, dafür rechts länger. Zur Quelle führen beide Wege. Hier kannst du nun auf einer Bank die Quelle betrachten. Es ist ein flaches Becken und das Wasser sprudelt aus dem Boden. Einfach so und tritt seine lange Reise zur Nordsee an. Überlege dir mal, was alles auf dem Weg liegt und was das Wasser berichten könnte.

Ein Weg führt nun an dem neu entstandenen Bach entlang zum Parkplatz. Falls du vom Bahnhof kommst, gehst du einfach die Straße nach links und folgst den Gleisen. Verlaufen ist jetzt nicht mehr möglich.

viagollas Extratipp

Falls du mit dem Auto gekommen bist, dann stoppe doch kurz in Königsbronn am Brenzursprung. Er ist angeschrieben und wunderschön gefasst. Er schaut ganz anders aus, als der Kocherursprung. Die Brenz ist auch einiges größer als der Kocher. Und ihr Wasser hat eine viel weitere Reise vor sich. Es fließt in die Donau und in ihr durch unglaubliche 10 Länder – so viele, wie kein anderer Fluss der Erde durchquert: Deutschland, Österreich Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine.

Und du siehst hier einen Teil des Wassers, der sich auf diese Reise begibt. Das ist schon sehr speziell – oder?

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