Deutschlands größtes Kulturevent mit 7.500 Denkmälern

 Deutschlands größtes Kulturevent mit 7.500 Denkmälern

Hast du schon einmal vom „Tag des offenen Denkmals“ gehört? Nein? Er gehört zu meinen Lieblingsveranstaltungen und doch kennen ihn viele nicht.

Deshalb schreibe ich heute darüber, denn er steht bald wieder an.

Die diesjährige Veranstaltung findet am 13.09.2020 statt.

Wenn es dieses Jahr nicht reinpasst, dann keine Sorge, denn du hast jedes Jahr die Chance und zwar immer am 2. Wochenende im September.

Du fragst dich nun vielleicht, was daran so besonders ist? Über 7.500 Kulturdenkmäler können an diesem Tag besichtigt werden. Mit Führung und ohne. Öffentliche Gebäude ebenso wie private.

Alte Gebäude denkst du und bist nicht so interessiert? Aber denke doch mal zurück, als du Kind warst und in dunklen Ecken Entdecker gespielt hast. An diesem Tag kannst du Gebäude und Denkmäler anschauen, die sonst nie offen sind. Ich war schon in Luftschutztunneln aus dem Zweiten Weltkrieg, in alten Mühlen, in Fabriken, in Höhlen und oft werden auch Ausgrabungen an diesem Tag für das Publikum hergerichtet und erklärt. So konnte ich schon die Reste einer Alamanensiedlung besuchen und die Ruinen der Römersiedlung in Heidenheim bestaunen.

Am Besten gibt es die Leitidee wieder:

Denkmale sind gebaute Geschichte – aber noch so vieles mehr: Sie vereinen Menschen mit ihrem Lieblingsgeschichten, sie machen den Wandel der Zeit und alte Handwerkstechniken sichtbar und bringen uns zum Staunen.

Internetseite „Tag des offenen Denkmals“

Ich hatte das Glück, das letztes Jahr die Stadt Ulm die Eröffnungsstadt war und so fing die Veranstaltung schon am Samstagmittag an. Ein ganzes Wochenende mit Stadtrundgängen, Besichtigungen und Entdeckungen. Es fühlte sich an, wie das Eintauchen in eine andere Zeit.

viagollas Extratipp

Such dir eine Stadt oder eine Besonderheit des Denkmaltages heraus und fange früh morgens an. Ich will nicht umher rennen, um alles zu sehen. Lieber schaue ich etwas intensiver an und dafür weniger. Es gibt immer genug zu sehen und wenn du von Ort zu Ort fährst, verbringst du mehr Zeit mit fahren. Oft sind auch gerade die am Anfang nicht so interessant scheinenden Gebäude wahre Schatzkästchen. Also nimm dir Zeit und genieße.

Highlight Ulmer Münster

So habe ich zum Beispiel fast den ganzen Tag im Ulmer Münster zugebracht. Hier ein paar Eckdaten zum Gebäude: Der Grundstein der Kirche wurde 1377 gelegt. Der Kirchturm wurde allerdings erst 1890 mit einer Höhe von 161,53 m vollendet.

Ach übrigens: Das Ulmer Münster ist die höchste Kirche der Welt!

Es wurden damals verschiedene Führungen angeboten und so konnte ich den Dachstuhl bewundern, bin auf den Tonnengewölben dieser Gotischen Kirche gelaufen und bin außen auf dem Dach gewesen. Sehr hoch übrigens. Die Führung wurde von einem Steinmetz geleitet und so konnte ich unglaubliche Dinge über die Architektur lernen.

Zum Beispiel sollte die Kirche ursprünglich viel niedriger gebaute werden – bestehend aus drei Kirchenschiffen. Während dem Bau hatte dann der Bauherr die lustige Idee, dass sie einiges höher werden sollte. Das zusätzliche Gewicht führte dazu, dass das Fundament angepasst werden musste. Und das während des Baus! Das Gewicht war jedoch zu hoch und die Seitenwände neigten sich nach außen. Das sieht man sogar noch heute an einer Wand.

Kurzerhand wurde dann entschieden, dass das Seitenschiff noch eine zusätzliche Säulenreihe bekommt und so kam das heute zu sehende Münster zustande: Mit fünf Kirchenschiffen.

Im Dachstuhl ist noch heute die Delle in der Metallkonstruktion zu sehen, wo im Zweiten Weltkrieg eine Fliegerbombe das Dach durchschlug. Glücklicherweise richtete sie wenig Schaden an und das Münster überstand beide Weltkriege recht gut. Das Beste ist aber, dass nichts in der Kirche weggeworfen wird. So findest du in Kammern im Dachstuhl allen möglichen eingestaubten Krempel: Alte Modelle, ausgemusterte Statuen, Zeichnungen und sogar alte Kirchenmöbel. Herrlich oder?

Was passiert 2020?

Dieses Jahr findet der Tag des offenen Denkmals aufgrund Corona nur digital statt. Du kannst dich auf der Internetseite https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/ über die aktuellen Angebote informieren.

Wenn wir Glück haben, können wir aber vielleicht wieder kommendes Jahr in alten Gemäuern nach Geheimnissen und Geschichte stöbern. Die staubige Luft schnuppern und in Kellern und Dachstühlen die Architektur erforschen. Hoffentlich !!!

1+

Neueste Beiträge

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.