Wandern auf den Spuren der Römer – Limes-Park Rainau

 Wandern auf den Spuren der Römer – Limes-Park Rainau

Jedes Jahr in den Sommerferien gibt es eine tolle Aktion in Ostwürttemberg: Eine Woche lang sind alle Museen kostenfrei zu besichtigen. Nicht, dass ich es mir nicht leisten könnte, ins Museum zu gehen, aber ich finde, dass es eine tolle Gelegenheit ist, überhaupt an einen Museumsbesuch zu denken. Wie es dieses Jahr wird, kann ich schlecht beurteilen, aber vielleicht kommt es erst recht. Viele fahren dieses Jahr ja nicht in Urlaub oder bleiben in Deutschland.

Da in den Sommerferien erfahrungsgemäß das Wetter oft schlecht ist, bietet es sich an, dies zu nutzen. So habe ich durch meinen lieben Freund Zufall den Limes-Park Rainau entdeckt, als ich vor 2 Jahren auf dem Weg nach Ellwangen daran vorbei fuhr.

Wissenswertes

Mit Limes wird die Grenzbefestigung bezeichnet, mit der die Römer vom 1. bis 6. Jh. ihr Reich in Europa, Vorderasien und Nordafrika schützten. Anfänglich waren hier nur Grenzsteine, Holzpfosten oder klar erkennbare Landmarken wie Bäume oder Flüsse gemeint. Aber in der Zeit von Gaius Julius Cäsar wurde diese Grenzen befestigt und bewacht. Vielleicht um sich vor Asterix dem Gallier zu schützen – wer weiß? In Aalen findest du ein schönes Limesmuseum zu dem Thema, aber mein Tipp liegt heute nördlich davon.

Die Wanderung

Am Besten parkst du am Bucher Stausee an der B290. Wobei es noch zahlreiche andere Parkmöglichkeiten gibt, um das UNESCO-Welterbe zu erkunden. Der Limes befindet sich hier auf dem Gebiet der Gemeinde Rainau mit seinen Ortsteilen Buch, Schwabsberg und Dalkingen.

Durch den Start am Stausee, endet die Runde auch hier und du kannst den See am Schluss genießen. Der Rundwanderweg ist ca. 11 km lang und du solltest 2,5 h Gehzeit einplanen.

Vom Parkplatz gehst du Richtung Stausee. Dort ist das Kastell angeschrieben. Es hatte eine Größe von 140 m x 150 m und wird heute durch eine Heckenpflanzung kenntlich gemacht. Damals lag es ca. 1,2 km hinter dem Limes auf einer Anhöhe über dem Fluss Jagst. Eine Kohorte mit ca. 500 Mann war hier stationiert. Ihre Aufgabe war nicht nur, die Reichsgrenze zu schützen, sondern auch den Warenverkehr der Fernstraße zu überwachen, die von Italien über die Alpen nach Augsburg und über die Donau nach Aalen bis hier an den Limes führte. Durch das Dalkinger Limestor gelangte man nach Norden in Richtung der Germanischen Siedlungsgebiete am Main.

Neben dem Kastell befand sich eine Zivilsiedlung (Vicus) des Römerlagers. Dort wohnten die Handwerker, Händler und Soldatenfamilien. Große Teile der Siedlung konnte durch den Bau der Bundesstraße 290 in den Jahren 1976 bis 1979 archäologisch erforscht werden.

Das Kastellbad war ein repräsentatives Steingebäude, welches vor dem Osttor des Kastells lag. Die Mauerreste sind heute noch erhalten und können neben dem Stausee besichtigt werden.

Am See wendest du dich nun nach links und gehst den See entlang bis Dalkingen und das Limestor angeschrieben sind. Bis Dalkingen sind es 1,4 km und im Ort wanderst du bis zur Hauptdurchfahrtsstraße K3319. Dort wendest du dich nach links und nach dem Bach Röhlinger Sechta geht es wieder links Richtung Limestor.

Das Limestor ist schon von weitem durch einen schräg in der Landschaft liegenden Glaswürfel auszumachen. Dieser schützt das eigentliche Tor vor der Witterung. Das Tor gilt als einmaliges Bauwerk an der gesamten Limesstrecke zwischen Rhein und Donau. Aus dem einfachen Wachturm, der hier zuerst diese wichtige Verkehrsader bewachte, wurde ein 15 x 15 m großes Torgebäude. Die einzelnen Türme und Tore werden mit Zeichnungen im Innern des Glasbaus dargestellt und deren Fundamente sind teilweise noch erhalten. Interessant ist die Entwicklung im Laufe der Zeit und wie Einzelelemente von Nachfolgetoren einfach integriert wurden.

Im Jahr 213 n. Chr. erhielt das Tor einen prachtvollen Vorbau in Form eines Triumphbogens mit nach Süden ausgerichteten Prunkfassade. Dies geschah aufgrund des Besuches des Kaisers Caracalla. Die Reste einer bronzenen Statue, die hier gefunden wurde, kannst du im Limesmuseum bewundern. Die ganze Römerstraße entlang wurden „Aufhübschungen“ zu dieser Zeit entdeckt. Es hat sich im Laufe der Jahrtausende nichts geändert: Kommt ein wichtiger Staatsbesuch, wird alles renoviert und hergerichtet.

Hier noch ein spezieller Tipp von meiner Seite:

Wenn du in der Museumswoche herkommst, kannst du das Tor nicht nur kostenlos besichtigen. Ich hatte sogar das Glück, dass eine Römertruppe vom Bucher Stausee her marschiert ist und eine Vorführung machte. Reiner Zufall. Du kannst aber die Uhrzeiten der Vorführungen vorher checken und sogar mit den Römischen Herren die Strecke mitlaufen. Am Tor war ein Römerlager und so konnte ich sogar Römisches Essen probieren. Genial oder?

Vom Tor geht es Richtung Schwabsberg entlang des alten Verlauf des Limes. Er wird an dieser Stelle durch eine Hecke markiert. In Schwabsberg wendest du dich Richtung Bahnhof. Du kannst die Wanderung also auch unternehmen, wenn du mit dem Zug anreist.

Westlich der Bahnlinie führt dich der Weg wieder Richtung Bundesstraße 290. Dort angekommen knickt der Weg 90° und du folgst den Schildern Richtung Römerturm. Nach etwas mehr als 1 km erreichst du die Straße K3320 nach Buch. Hier könntest du nun eine Abkürzung Richtung Bucher Stausee nehmen.

Aber wenn du so weit gegangen bist, solltest du den Römerturm anschauen. Das ist vom Parkplatz nur ein kleines Stück hinein in den Wald. Hier ist auch ein Stück einer Limesmauer rekonstruiert. Diese 1 m breite Mauer markiert die 2. Bauphase des Limes und eröffnet dir ein Zeitfenster ins Jahr 180 n. Chr. Der Limes war nicht eine meterhohe Grenzmauer, die verhindern sollte, das Fremde ins Land kamen. Es war vielmehr mit den heutigen Grenzen vergleichbar, die einen geordneten Warenverkehr durch die Tore gewährleistete.

Der Römerturm, den du daneben besichtigen kannst, wurde 2008 so gebaut, dass er begehbar ist. Diese Art des Bauens stammt von 165 n. Chr.. Der Turm war so gebaut, dass die wachhabenden Römer nicht nur das Land im Blick hatten, sondern es bestand auch eine Sichtverbindung zu den Nachbartürmen und zum Kastell. So konnten Nachrichten in Windeseile entlang des Limes übermittelt werden.

Du kannst nun dem Verlauf des Limes folgen oder die Abkürzung an den Stausee nehmen, indem du zurück gehst. Wanderst du dem Verlauf entlang, dann geht es bis zum Ende des Waldes und dann knickt der Weg scharf links Richtung Buch ein.

Du durchquerst den Ort fast in gerader Linie und bist kurz danach wieder am Parkplatz am Bucher Stausee. Dort erwarten dich 60 ha Wasserfläche mit einem Boots- und Spielbereich. Oder vielleicht möchtest du lieber den Naturbereich erkunden. Das ist alles dir überlassen. Es bildet in jedem Fall einen schönen Ausklang nach dem Ausflug ins Römische Reich.

Mehr zum Thema Römer findest du in jedem Asterix-Comic und ganz ehrlich, da steckt mehr Wahrheit dahinter, als du denkst……

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4 Comments

  • Nicht in Baden-Württemberg, sondern in Ostwürttemberg!
    http://www.heidenheim.de/site/Heidenheim-2/node/16156566

    • Hallo Andreas, danke für den Hinweis. Ich dachte, die Aktion gilt überall. Aber wenn es nur in Ostwürttemberg gemacht wird, dann ist es ja noch mehr zu empfehlen. Ich habe es sofort geändert.

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