Bartholomä – entdecke die „Albuchwiesen“

 Bartholomä – entdecke die „Albuchwiesen“

Heute beschreibe ich dir eine Wanderung rund um Bartholomä. Ich wollte noch einmal den Schnee erleben und hier hast du eine gute Möglichkeit noch Reste zu finden, selbst wenn es woanders schon grün ist. Das Schöne an diesem Tag war, dass der Schnee nur noch im Schatten der Wälder lag und die restliche Landschaft schon die ersten Anzeichen von Frühling zeigten.

In diesem Beitrag findest du aber nicht nur die eigentliche Wegbeschreibung, sondern ich erläutere dir kurz die Wichtigkeit des dortigen FFH-Gebietes „Albuchwiesen“ und zeige dir, warum es so einzigartig ist.

Interesse?

Super – dann auf nach Bartholomä in eine einzigartige und geschützte Alblandschaft.

Bartholomä – FFH-Gebiet Albuchwiesen – Natura2000 – Falkenhöhle – Spaziergang Schwäbische Alb - Wandertipp - Baden-Württemberg – Deutschland - viagolla

Eckdaten der Wanderung:

  • Strecke: 14,5 km
  • Dauer: ca. 3:45 h
  • Aufstieg: 66 m
  • Abstieg: 65 m
  • Schwierigkeit: einfach
  • Für Kinderwagen und gehbehinderte Personen geeignet? Ja

Wissenswertes zu Bartholomä

Ungestört von großen Verkehrswegen liegt Bartholomä am östlichen Rand der Schwäbischen Alb. Von Heidenheim kommend findest du das Dorf nordöstlich ca. 17 km entfernt Richtung Heubach bzw. Schwäbisch Gmünd.

Bartholomä ist für seine Wintersportmöglichkeiten in der Gegend bekannt und so zieht sich ein Netz von Langlaufloipen rund um den Ort. Zudem ist er wandertechnisch gut erschlossen und zahlreiche Wanderwege starten mitten im Zentrum. Passend dazu bietet ein Netz von Wanderparkplätzen eine gute Startmöglichkeit für deine Ausflüge hierher.

Ein absolutes Highlight ist der Roßtag, zu dem sich fast 100 Fuhrgespanne mit ca. 200 Pferden im August alle 2 Jahre treffen und einen großen Umzug im Dorf fahren. Dies ist jedoch ein extra Thema und den Beitrag werde ich bestimmt bald schreiben.

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Blick auf die Landschaft rund um Bartholomä

Was bedeutet FFH und Natura 2000?

FFH steht für „Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie“. Natura 2000 ist ein europäisches Schutzgebietsnetz und setzt sich aus FFH- und Vogelschutzgebieten zusammen. Deren Ziel ist es, bedeutsame Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten.

Super denkst du nun und blickst dich um. Hmmm – schaut aber gar nicht so spektakulär aus: Wald, Wiesen, Felder und ein Ort.

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Was ist also so besonders in Bartholomä?

Hier haben sich kleine Weiher und Reste saurer und teils mooriger Wiesen erhalten können, was auf der Schwäbischen Alb eine Rarität ist. So wurde das FFH-Gebiet „Albuchwiesen“ mit 9 Teilgebieten und insgesamt 50 Hektar unter Schutz gestellt. Darunter fallen die „Weiherwiesen“, die „Raue Wiese“, die „Streuwiese bei Rötenbach“ und 5 Hülben (kleine Tümpel).

Hier noch der kleine Angeberbonus für deine nächste Party: In Baden-Württemberg gibt es 260 FFH- und 90 Vogelschutzgebiete mit eine Gesamtfläche von 630.000 Hektar. Das entspricht 17,3 % der Landesfläche, weshalb es bei uns auch besonders schön ist.

Ok, woanders ist es auch ganz hübsch – also lass uns mit der Wanderung starten und entscheide dann selbst, ob es dir hier gefällt:

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Deine Wanderung rund um Bartholomä

Meine Wanderbeschreibung beginnt im Ortszentrum und wenn du einen Parkplatz gefunden hast, läufst du erst einmal zum „Gasthaus Hirsch“. Von dort wanderst du nun die Straße „Im Schopf“ Richtung Ortsausgang.

Vorbei am Turn- und Sportverein verlässt du Bartholomä und spazierst auf der Straße Richtung Felder.

Folge dem Symbol der Tardis?

Du erreichst eine Weggabelung und hältst dich links. An der nun folgenden T -Kreuzung biegst du rechts ab und hier habe ich doch tatsächlich ein Wandersymbol entdeckt, dass mich sofort an die Tardis erinnert. Mist – ich lese wohl doch zu viel Doctor Who? Beim zweiten Hinsehen entpuppte es sich dann doch als Glockenblume. Egal – du folgst diesem Schild.

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Tardis oder Glockenblume – das ist dein Wandersymbol – folge dem Pfeil

Du wanderst nun den Waldrand entlang und biegst wieder rechts ab. So erreichst du den Wald mit einer hübschen Rastmöglichkeit.

Von dort blickst du nun auf eine Kreuzung vor dir. Du bleibst aber auf dem Weg, der am am Waldrand entlang führt und biegst links ab.

Die nächste Möglichkeit nutzt du, um rechts auf einen geschotterten Feldweg einzubiegen.

Du spazierst weiter Richtung Wald und am Wegende geht es für dich rechts weiter.

In Rötenbach gibt es auch einen Hofladen des dortigen Biohofs

Nun gelangst du zu den ersten Häusern von Rötenbach. Im Hofladen kannst du direkt vom Erzeuger einkaufen. Denke also an Geld und eine Tasche / Rucksack, wenn du das vorhast. An einem Teich der wahrscheinlich nicht immer zugefroren ist, folgst du der Teerstraße nach links Richtung Böhmenkirch.

Du erreichst einen Wanderparkplatz direkt an der Landstraße mit spannenden Infotafeln zum Naturschutzgebiet der Gegend und der geschützten Streuwiese.

Die Streuwiese von Rötenbach ist Teil des FFH-Gebietes

Die große Streuwiese bei Rötenbach ist 8 ha groß und eine wirkliche Rarität auf dem Albuch, da sie zu den wenig erhaltenen Wiesen mit dieser Nutzungsform gehört. Du findest sie südlich des Parkplatzes gleich neben der Landstraße L1221.

Der Name verrät dir schon, worin die Nutzung bestand: Auf den feuchten Wiesen der Gegend wuchsen nur harte Gräser, die nicht als Futter verwendet wurden. Stattdessen nutzten die Landwirte diese als Einstreu im Stall. Deshalb blieben diese Wiesen sehr ursprünglich, denn es wurde auch nur einmal spät im Jahr gemäht (Streumahd). Die Wiese hier wurde so bis 1930 genutzt. Seit 1980 steht sie unter Schutz.

Wenn du dir die Streuwiese angeschaut hast, dann überquerst du hier die Landstraße beim Parkplatz.

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Der Schnee hält sich in Bartholomä ziemlich lang

Die Raue Wiese findest du mitten im Wald und ist ebenfalls FFH- Gebiet

Nun schlenderst du einfach geradeaus weiter in den Wald. Wenn du die „Raue Wiese“ als Lichtung im Wald auf der linken Seite entdeckst, folgst du dem rechten Forstweg. Dies ist auch die erste Möglichkeit, um abzubiegen. Natürlich kannst du dir vorher die Raue Wiese anschauen. Bedenke aber, dass es sich um ein geschütztes Gebiet handelt, also bitte verhalte dich auch entsprechend. Nimm also keine Pflanzen mit, hinterlasse keinen Müll, Hunde gehören an die Leine und eigentlich solltest du den Weg nicht verlassen. Schau die Wiese also nur vom Rand an.

An der nun folgenden Kreuzung biegst du rechts ab und folgst dem Wandersymbol der Gelben Raute.

Du erreichst nun die nächste Waldkreuzung und folgst dem Falkenteichweg. Das Wandersymbol hat sich in einen gelben Dreiblock geändert.

In der nächsten Kreuzung weist dir das Schild Tour 6 „Drei Linden“ den Weg nach rechts. Die Falkenhöhle ist ebenfalls angeschrieben. Nach ungefähr 100 m führt dich der Falkenteichweg links weg. Diesen Abzweig nimmst du, wenn du zur Falkenhöhle möchtest.

Falkenhöhle und das Verbrechen von 1529

Der Abzweig zur Falkenhöhle geht dann nach rechts weg und ist angeschrieben. Diese ist im Winter jedoch nicht interessant, da die Höhle aufgrund der überwinternden Fledermäuse vom 15.10. bis 30.04. abgesperrt ist. Ich kannte die Höhle jedoch gar nicht und bin dorthin gelaufen. Wenn auch du sie kurz anschauen möchtest, dann verhalte dich dort bitte leise, um die Fledermäuse nicht zu stören.

Bei der Höhle kannst du die Geschichte des Verbrechens von 1529 nachlesen. Pfarrer Degen wurde dort am Aschermittwoch 1529 entführt und die beiden Entführer wollten 500 Gulden Lösegeld. Da dies viel Geld war, sollte er hier gefangen gehalten werden, bis das Geld aufgetrieben wurde. Martin Zimmermann kümmerte sich jedoch nicht um den Pfarrer und so musste der arme Mann jämmerlich verhungern und verdursten. Der Haupttäter Hans Halm wurde 2 Jahre später gefasst. Ihm wurden 400 Straftaten nachgewiesen und er wurde zum Tod durch Rädern verurteilt. Dabei werden dem Täter die Knochen mit einem Wagenrad zertrümmert und sein Körper danach auf das Rad geflochten. Auch kein schöner Gedanke. Da bin ich wirklich froh, dass ich im hier und jetzt lebe.

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Die Falkenhöhle ist recht unspektakulär und im Winter abgesperrt

Nach den Gruselgeschichten über Mord, Verhungern und Rädern geht es weiter mit der Tour, indem du denselben Weg zurückwanderst, den du gekommen bist. Wenn du auf den Forstweg mit dem Abzweig stößt, den du gekommen bist, wendest du dich nach links.

Du erreichst nun eine große Freifläche mit Feldern und dort biegst du auf einen Feldweg rechts ein.

Im Inneren Kitzinghof dürfen die Tiere auch mal nach draußen

Du wanderst nun auf einen Tümpel zu und davor hältst du dich wieder links und folgst dem Teersträßchen. So erreichst du den Inneren Kitzinghof. Wenn du Glück hast, kannst du hier Kälbchen frei herumlaufen sehen. Auch Hausschweine dürfen frische Luft schnuppern und haben eine Außenweide.

Das Wandersymbol ist hier ein Roter Dreiblock. Im Hof wendest du dich Richtung Straße nach links und hältst direkt auf die kleine Kitzing-Kapelle zu. Hier hat es auch wieder einen Parkplatz und dort wanderst du nach rechts, nachdem du einen Blick in die Kapelle geworfen hast. .

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Die Kitzing-Kapelle solltest du auch von innen anschauen

An der nächsten Straßenkreuzung biegst du links ab. Falls du hier geradeaus weitergehst, kannst du meine Tour abkürzen und direkt wieder nach Bartholomä laufen.

Wenn du jedoch meiner Wanderstrecke weiter folgst, dann kommt nach einem kurzen Stück wieder ein Schotterweg. Dieser führt dich zurück Richtung Wald und den Bärenberg.

Wanderparkplatz Bärenberg

Du läufst geradeaus weiter, bis du die nächste Hauptstraße erreichst. Es ist die L1162 nach Heubach. Dort triffst du auf den Wanderparkplatz Bärenberg. Von hier sind es noch 1,5 km zurück nach Bartholomä.

Das erste Stück vom Parkplatz war bei meiner Tour ziemlich übel, weil Holzarbeiten im Wald den Weg in eine Matschpiste verwandelt hatten. Im Wald wurde es besser, da du dort wieder auf einem Schotterweg wanderst. Doch auch dort waren die Waldarbeiter mit schweren Maschinen gewesen. Deshalb bin ich einfach durch den Wald Richtung Waldrand geschlüpft. Dort war die Wiese unversehrt und ich konnte normal weiterlaufen. Da es nicht weit ist, siehst du die Felder durch die Bäume.

Du kannst also gleich am Waldrand entlang wandern, dann hast du zudem einen schönen Blick auf die Umgebung von Bartholomä. Dort angekommen ist es sehr einfach, denn du schlenderst die Straße zwischen den Häusern immer geradeaus weiter. Die Brunnenfeldstraße führt dich nämlich direkt Richtung Ortsmitte.

Nun musst du dir nur gemerkt haben, wo dein Auto steht.

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Das Ende deiner Wanderung um Bartholomä

Ich hoffe, ich habe dir mit der Wanderung um Bartholomä einen kleinen Einblick in die Schönheit der Gegend geben können. Du hast viel über Naturschutz, FFH-Gebiete und Streuwiesen gelernt und ich habe dir eine gruselige Geschichte eines entführten Pfarrers erzählt.

Wer weiß, vielleicht kommst du auch einmal zum Skifahren oder Langlaufen hierher oder zum Roßtag, wenn er wieder stattfinden kann.

Schauen wir mal, was das Jahr noch bringt.


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